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Grünes Billboard mit Elektriker im Hintergrund

Als Elektriker selbstständig machen

Licht ins Dunkle zu bringen, ist eine der Tätigkeiten eines Elektrikers. Doch ist sein Einsatzbereich in der Elektroinstallation von Anlagen und Geräten weit vielseitiger. Mit einem entsprechenden Abschluss können Sie sich als Elektromeister selbstständig machen. Nachfolgend erhalten Sie wertvolle Tipps zur Gründung Ihrer Elektrofirma.

Autorin: Barbara Schweigert, Stand: 25.11.2016

Elektriker schließt Steckdose an

Vier Erfolgsfaktoren für die Existenzgründung als Elektriker

Aller Anfang ist schwer! Deshalb ist eine gute Vorbereitung unerlässlich, um sich erfolgreich als Elektriker (bzw. Elektroinstallateur) selbstständig zu machen. Informieren Sie sich als im ersten Schritt rund um die Voraussetzungen und Phasen der Existenzgründung – für das Elektrohandwerk gelten in vielerlei Hinsicht besondere Einzelheiten:

1. Fachliche Qualifikation in der Elektrotechnik

Viele Wege führen zu einem beruflichen Abschluss in der Elektrotechnik, zum Beispiel die Ausbildung zum Elektroniker der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechniker. Möchten Sie sich auf diesem Gebiet als Elektriker selbstständig machen, benötigen Sie einen entsprechenden Meisterabschluss.

Gut zu wissen in Grün

Unter bestimmten Bedingungen können Sie sich als Elektriker selbstständig machen, ohne den Meisterbrief vorweisen zu müssen: Entweder Sie stellen einen Elektromeister als Betriebsleiter ein oder Sie können womöglich die Altgesellenregelung nutzen. Weitere Informationen zu den Vorgaben und Ausnahmen erhalten Sie auf unserer Seite zur Meisterpflicht. Wenn Sie zwar keinen klassischen Meisterabschluss gemacht, sondern ein Elektrotechnik-Studium absolviert haben, können Sie ein eigenes Ingenieurbüro eröffnen.

Während der Meisterschulzeit und kurz danach ist das Wissen frisch – doch Sie gründen Ihre Elektrofirma mehrere Jahre nach Ihren Abschlussprüfungen? Falls Sie bemerken, dass Sie nicht alle Einzelheiten im Gedächtnis haben, empfiehlt es sich, einen Auffrischungskurs zu machen. Unter anderem bieten die Handwerkskammern Existenzgründer-Seminare und betriebswirtschaftliche Beratung. Letztere kann Ihnen in jedem Fall helfen, dass Ihnen die Finanzplanung und die Buchhaltung Ihres eigenen Elektrobetriebs leichter von der Hand gehen.

2. Charakterstärke und persönliche Eigenschaften zur Gründung einer Elektrofirma

Ein weiterer Erfolgsfaktor, der eine wesentliche Rolle spielt, wenn Sie sich als Elektriker selbstständig machen möchten, ist die eigene Persönlichkeit. Überlegen Sie sich, wo Ihre Stärken liegen und ob Sie ein Unternehmertyp.

Haben Sie ein ausgeprägtes technisches Verständnis und eine große Affinität zu Elektrogeräten und Anlagen? Haben Sie handwerkliches Geschick und Spaß an Ihren Tätigkeiten? Trifft dies auf Sie zu, bringen Sie gute Voraussetzungen mit. Darüber hinaus benötigen Sie Fleiß und Durchhaltevermögen. Vor allem die ersten Jahre nach Gründung Ihres Elektrobetriebs können immer wieder von finanziellen Durststrecken geprägt sein. Deshalb müssen von Beginn an und trotz des Wettbewerbs mit anderen Elektrofirmen Kunden gewinnen und die Finanzierung Ihres neuen Unternehmens gut zu planen – genau diese Herausforderungen bergen die beiden nächsten Erfolgsfaktoren:

3. Marktsituation als selbstständiger Elektriker

Angebot: Wenn Sie sich als Elektriker selbstständig machen möchten, sollten Sie vorab prüfen, wie gut Ihre Chancen sind, Ihren neuen Betrieb auf dem Markt zu etablieren. Führen Sie dazu zum einen eine Wettbewerbsanalyse durch. Sie dürften hier auf mehrere Konkurrenzbetriebe in Ihrer Region stoßen, denn in der Elektrotechnik gibt es bereits zahlreiche etablierte Dienstleister und Fachleute. Schauen Sie sich insbesondere die Elektrofirmen an, die die Elektroinstallationsarbeiten durchführen, die Sie ebenfalls anbieten möchten.

So ist es hilfreich, wenn Sie sich auf ein Tätigkeitsfeld in der Elektrotechnik spezialisieren, für das auf dem regionalen Markt kaum Fachleute vorhanden sind. So können Sie sich leichter als selbstständiger Elektriker profilieren.

Nachfrage: Informieren Sie sich zum anderen über die Auftragslage in Ihrem Tätigkeitsfeld, bevor Sie eine Elektrofirma gründen. Sprechen Sie schon frühzeitig potenzielle Kunden auf Ihr Interesse an. Ein Beispiel: Möchten Sie sich konkret mit der Elektroinstallation in Gebäuden befassen, wenden Sie sich an Ihre künftigen Auftraggeber – in diesem Fall sind das die Bauherren. Nehmen Sie sich vor allem mit Bauunternehmen, Architektur- und Ingenieurbüros in Ihrer Region Kontakt auf, die für Ihre Bauprojekte Elektriker brauchen. Erhalten Sie positive Rückmeldungen, bringt Sie das ein ganzes Stück in der erfolgreichen Gründungsplanung voran.

4. Finanzielles Standbein als Selbstständiger im Elektrohandwerk

Wenn Sie sich als Elektriker selbstständig machen möchten, darf eines nicht fehlen: Geld. Denn Sie müssen Ihre eigenen Werkzeuge, womöglich auch ein Fahrzeug und Maschinen kaufen. Nicht nur für Ihre neuen Anschaffungen müssen Sie Ausgaben kalkulieren, auch Gründungskosten und laufende Kosten kommen auf Sie zu.

Zugleich lassen die ersten Einnahmen, die Sie durch Ihre selbstständigen Arbeiten als Elektriker erwirtschaften, in der Regel auf sich warten. Kümmern Sie sich zum Beispiel um die Elektrik in Neubauten, argumentieren Ihre Auftraggeber eventuell, dass sie erst nach Ende des gesamten Bauprojekts Ihre Arbeit bezahlen möchten. Versuchen Sie in diesem Fall trotzdem, sich auf Teilrechnungen zu einigen. Dadurch stellen Sie Ihre Unternehmensfinanzierung auf sicherere Beine.

Um Ihre Gründungsphase finanziell erfolgreich zu meistern, müssen Sie sämtliche Kostenpunkte und Gewinne berechnen oder schätzen – am besten in Form eines Finanzplans. So können Sie sich einen Überblick verschaffen, Finanzierungslücken aufspüren und stopfen. Neben Bankkrediten sind staatliche Zuschüsse hilfreich. Neben den staatlichen Fördermitteln für Existenzgründer in Deutschland gibt es eigens für angehende Selbstständige im (Elektro-)Handwerk weitere Möglichkeiten: Wir haben eine ausführliche Liste zu regionalen regionalen Fördermitteln für Handwerker für Sie zusammengestellt. Darüber hinaus können Sie mit unserem Finanzierungsrechner prüfen, welche Möglichkeiten Ihnen zur Finanzierung Ihres neu gegründeten Elektrobetriebs zur Verfügung stehen.

Zum Finanzierungsrechner

Erfolgschancen vorhanden?! – die nächsten Schritte

Sind Sie guter Dinge, dass Sie bisher alle Erfolgsfaktoren für sich verbuchen können? Optimal, dann bringen Sie all Ihre Überlegungen zur Existenzgründung in einem Businessplan zusammen. Er dient Ihnen als guter Leitfaden, um Ihre Idee von der Selbstständigkeit in die Tat umzusetzen. Darüber hinaus müssen Sie den Businessplan Ihren potentiellen Investoren und Darlehensgeber vorlegen, um die finanzielle Förderung zu beantragen.

Melden Sie nun Ihrer Handwerkskammer, dass Sie sich als Elektriker selbstständig machen möchten. Dort müssen Sie Ihren neuen Betrieb in die Handwerksrolle eintragen. Je nach der Ausrichtung Ihrer neuen Elektrofirma sind weitere Zulassungen beziehungsweise Anmeldungen notwendig. Wollen Sie beispielsweise künftig Anschlussarbeiten an das öffentliche Stromnetz durchführen? Dann müssen Sie sich in das Installateurverzeichnis des örtlichen Netzbetreibers eintragen.

Alle Existenzgründer im Elektrohandwerk müssen zudem eine Gewerbeanmeldung durchführen. Wenden Sie sich dazu an Ihr zuständiges Gewerbeamt. Legen Sie dort Ihre Handwerkskarte von der Handwerkskammer vor und beantragen Sie einen Gewerbeschein. Automatisch werden nun das Finanzamt und Ihre Berufsgenossenschaft BG ETEM darüber informiert, dass Sie sich als Elektriker selbstständig machen.

Die Erfolgsfaktoren und die Schritte, die für Ihre Existenzgründung als Elektriker notwendig sind, haben wir in einer Checkliste zusammengefasst. Das PDF Checkliste zur Eröffnung eines Elektrobetriebs [PDF|269 KB] steht Ihnen kostenlos zum Download zur Verfügung.

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