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Finanzplan erstellen

Sich mit nackten Zahlen zu befassen, gehört für viele angehende Selbstständige nicht zur Lieblingsbeschäftigung – es ist aber ein Muss: Damit Ihre Existenzgründung nicht finanziell in einem Fiasko endet, brauchen Sie einen ausgefeilten Finanzplan. Darin erarbeiten Sie ein Konzept, wie Ihr Start-up finanziert und langfristig liquide bleiben soll, und schreiben es nieder. In diesem Artikel finden Sie Tipps zur Erstellung Ihres Finanzplans.

Autorinnen: Barbara Schweigert, Christina Landauer, Stand: 25.05.2016

Finanzierungsordner

Vier Teile des Finanzplans

Ein Finanzplan gehört unbedingt zu Ihrem Businessplan und sollte auf vier wichtige Punkte genau eingehen: den Kapitalbedarf, die Finanzierung, die Liquidität und die Rentabilität.

1. Teil des Finanzplans: der Kapitalbedarfsplan

Jedes Unternehmen braucht Startkapital, um erfolgreich mit der Arbeit beginnen zu können – das eine mehr, das andere weniger. Wie viel Geld Sie für Ihr Start-up genau brauchen, sollten Sie im ersten Teil der Finanzplanung ermitteln – dem Kapitalbedarfsplan. Planen Sie hier realistisch: Wie viel müssen Sie in die Büroeinrichtung, Maschinen, den Warenbestand oder einen Fuhrpark investieren? Was kostet Sie die Gründung selbst (Notarkosten, Gebühren beim Gewerbeamt für die Gewerbeanmeldung etc.)? Wie viel Geld brauchen Sie für erste Marketingaktivitäten und -materialien (wie Flyer oder Broschüren)? Müssen Sie voraussichtlich in der ersten Zeit nach der Gründung noch einmal Kapital zuschießen?

Wenn Sie eine ausführliche Liste der Investitionen für Ihren Finanzplan zusammengestellt haben, lohnt es sich, sich noch einmal ausführlich über die Kosten der einzelnen Posten zu informieren. Denn es wäre sehr ärgerlich, wenn Ihr Gründungskapital nicht ausreicht, weil Sie Kosten zu niedrig eingeschätzt haben.

2. Teil des Finanzplans: der Finanzierungsplan

Wenn Sie Ihren Kapitalbedarf ermittelt haben, sollten Sie im nächsten Teil Ihrer Finanzplanung auf die Finanzierung eingehen. Das bedeutet: Legen Sie im Finanzplan dar, aus welchen Quellen das Geld stammt, das Sie für Ihr Unternehmen benötigen.

Hinweis von unseren Experten in Grün

Informieren Sie sich über verschiedene Möglichkeiten, Ihre Existenzgründung mit Eigen- oder Fremdkapital zu finanzieren: Sind Gründer- oder Gewerbekredite für Ihr Start-up sinnvoll? Oder gibt es profitable Alternativen? Verwenden Sie einfach und kostenlos unseren Online-Finanzierungsrechner – dort sehen Sie auf einen Blick, welche Finanzierungslösung optimal für Sie ist.

3. Teil des Finanzplans: die Rentabilitätsvorschau

Der wohl schwierigste Teil des Finanzplans ist die Rentabilitätsvorschau. Hier ermitteln Sie, ob Sie voraussichtlich mit Ihrem Vorhaben genug Einnahmen erzielen, um langfristig davon leben zu können. Deshalb wird die Rentabilität in der Regel für die kommenden drei Jahre ermittelt. Die Rentabilitätsplanung besteht aus zwei einzelnen Punkten:

  • der Umsatzplanung: Versuchen Sie so realistisch wie möglich zu schätzen, wie viel Umsatz Sie in den ersten drei Jahren Ihrer Tätigkeit Monat für Monat erzielen werden. Wenn Sie bereits in dem Bereich gearbeitet haben, in dem Sie sich jetzt selbstständig machen wollen, fällt Ihnen das eventuell etwas leichter. Überlegen Sie, wie viele Kunden Sie realistisch pro Tag und entsprechend pro Monat bedienen, wie viele Stück Ihres Produkts Sie verkaufen können.
  • der Kostenplanung: Listen Sie alle laufenden Kosten Ihres Start-ups ebenfalls monatlich auf. Versuchen Sie, in Ihrem Finanzplan möglichst alle Kosten zu berücksichtigen – von den Personalkosten über Mieten, Betriebsversicherungen, Buchhaltungskosten bis hin zu Ausgaben für Ihre Fahrzeuge und Materialien.

Haben Sie sowohl eine Umsatz- als auch eine Kostenplanung aufgestellt, können Sie beides in Ihrem Finanzplan zu einer Gewinn- und Verlustrechnung, der Rentabilitätsvorschau, zusammenführen. Dazu ziehen sie die geplanten Kosten von den geplanten Umsätzen ab. Bedenken Sie, dass vom Ergebnis eventuell auch noch Steuern oder die Tilgung von Krediten abgeht.

4. Teil des Finanzplans: der Liquiditätsplan
Mit diesem Teil des Finanzplans zeigen Sie, dass Ihr Unternehmen liquide sein wird und die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit deshalb sehr gering ist. Meist wird die Liquiditätsplanung für die ersten 24 Monate aufgestellt. Nutzen Sie dafür Ihren Rentabilitätsplan und betrachten Sie genau, wann die geplanten Umsätze auf Ihrem Konto ein- und wann die Kosten ausgehen werden. So können Sie sehen, ob Sie zu jeder Zeit genug Geld auf dem Konto haben, um Zahlungen zu leisten und Ihren Unterhalt zu bestreiten. Unterschätzen Sie diesen Teil der Finanzplanung nicht. Denn gerade bei jungen Unternehmen sind Probleme mit der Liquidität häufig ein Problem und nicht selten der Grund, warum die Selbstständigkeit scheitert.

Wie erstelle ich einen Finanzplan?

Einen guten Finanzplan zu erstellen ist nicht leicht. Suchen Sie sich deshalb Hilfe. Das kann beispielsweise ein Gründerberater sein. Daneben gibt es verschiedene Finanzplan-Vorlagen und Tools, mit deren Hilfe Sie Ihre Finanzplanung leichter ausarbeiten können.

Unser kostenloses Finanzplan-Tool [XLS|705 KB] hilft Ihnen bei der Erstellung Ihrer persönlichen Finanzplanung. Und für Gründer, die noch nicht ganz so weit sind: der Finanzplan-Kurzcheck [XLS|97 KB] als Excel-Sheet zum Download.

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