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Onlineshop eröffnen

Das Onlinegeschäft boomt. Die unzähligen Bestellungen, die zum Beispiel über Shopping-Portale im Internet abgewickelt werden, belegen die hohe Nachfrage in der E-Commerce-Branche. So klingt es erfolgsversprechend, einen eigenen Onlineshop zu eröffnen. Welche Herausforderungen auf Sie zukommen und wie Sie diese meistern können, erfahren Sie hier.

Autorin: Barbara Schweigert, Stand: 28.11.2016

Junge Frau am Laptop umringt von Shopping-Tüten

Im Internet trennen nur wenige Klicks die Kunden davon, ein Produkt zu kaufen. Diese einfache Handhabung und die Möglichkeit, zu jeder Tages- und Nachtzeit bestellen zu können, machen E-Commerce-Geschäfte attraktiv. Umgekehrt ist der Weg dahin, einen eigenen Onlineshop zu eröffnen und zu bewerben, mit viel Arbeit verbunden. So muss ein Existenzgründer im E-Commerce zwar keine spezielle Qualifikation mitbringen. Doch sind technisches Verständnis und eine ausgeprägte Online-Affinität hilfreich, um einen Internethandel zu gründen und erfolgreich zum Laufen zu bringen.

Hinweis von unseren Experten in Grün

Allen voran bringt es für Selbstständige, die bereits im Handel tätig sind, zahlreiche Vorteile, einen Onlineshop zu eröffnen. Denn Sie haben bereits Erfahrungen gesammelt, Ihre Produkte zu vertreiben: Sie können Ihr bereits bestehendes Geschäftskonzept und Ihre Vertriebswege nutzen beziehungsweise ausweiten. Über E-Commerce lässt sich ein zweites Standbein aufbauen und eine breitere Masse an potenziellen Kunden erreichen.

Formalitäten bei der Eröffnung eines Onlineshops

Bevor Sie den ersten Verkauf über Ihren eigenen Onlineshop erzielen können, sollten Sie einige Formalitäten regeln: Zunächst benötigen Sie einen Gewerbeschein, den Sie bei Ihrem zuständigen Gewerbeamt beantragen müssen. Anschließend informiert diese Behörde automatisch das Finanzamt, die Berufsgenossenschaft und die Kammer darüber, dass Sie mit Ihrem Onlineshop gewerblich tätig werden. Fragen Sie dennoch bei diesen Stellen nach, ob sie tatsächlich benachrichtigt worden sind.

Wenn Sie einen Webshop gründen möchten, über den Sie (auch) Lebensmittel verkaufen, müssen Sie ein Gesundheitszeugnis oder einen Gesundheitspass vorlegen. Hierfür wenden Sie sich an das örtliche Gesundheitsamt, das die Unterlagen anfertigt. Falls Sie vorhaben, gebrauchte Produkte im Internet zu handeln (wie Antiquitäten oder Gebrauchtwagen), brauchen Sie ein polizeiliches Führungszeugnis. Dieses Dokument erhalten Sie in der Stadt- beziehungsweise Gemeindeverwaltung.

Zudem sind Sie gut damit beraten, mit passenden Versicherungen für den Online- und Versandhandel Ihre Existenzgründung im E-Commerce-Bereich auf sichere Beine zu stellen: Die Betriebshaftpflicht und die Inhaltsversicherung bieten Ihnen einen Schutz, der für Ihr Start-up unverzichtbar ist. Bei Finanzchef24 können Sie die beiden Firmenversicherungen kostenlos und unverbindlich nach Preis-Leistungs-Kriterien vergleichen und direkt abschließen.

Die Finanzchef24-Experten beraten Sie gerne in einer individuellen Bedarfsanalyse kostenfrei dazu, welche weiteren Absicherungen Sie für Ihr Start-up benötigen.

Tipp von Finanzchef24 in Grün

Machen Sie zu Anfang kleine Schritte, wenn Sie vorhaben einen Onlineshop zu eröffnen und darauf Ihre eigene Existenz aufzubauen. Es ist empfehlenswert, sich nach und nach zu den beschriebenen Etappen Gedanken zu machen und diese umzusetzen. So ist es zum Beispiel möglich, zunächst nebenberuflich einen Onlineshop zu eröffnen und den Erfolg Ihres Jungunternehmens zu analysieren. Oder Sie nutzen die etablierten Shopping-Anbieter Amazon oder Ebay, um Ihr Angebot zu vertreiben und die Nachfrage zu ermitteln, bevor Sie einen eigenen Onlineshop einrichten.

Eine zündende Geschäftsidee für Ihren Onlineshop

Für den Erfolg Ihres Onlineshops brauchen Sie zwingend eine gute Geschäftsidee. Ob Sie Brotbackmaschinen, Strohhüte oder lieber E-Books online verkaufen möchten, ist im ersten Moment nachrangig. Vielmehr müssen Sie eine Nische besetzen oder bereits vorhandene Konzepte neu umsetzen, um sich von unzähligen anderen Internet-Anbietern abheben zu können.

Diese Vorteile Ihres womöglich einzigartigen Angebots sollten Sie aktiv bewerben und leicht verständlich kommunizieren. So können Sie Ihre Kunden erst auf Ihren neuen Internethandel aufmerksam machen und anschließend überzeugen, in Ihrem Onlineshop einzukaufen.

Die Finanzierung und Refinanzierung Ihres Internethandels regeln

Um erfolgreich als Kleinunternehmer in der Online-Welt zu gründen, benötigen Sie einen gelungenen Businessplan, in dem Sie die Finanzierung Ihres Internetshops planen. Denn bereits in der Anfangsphase benötigen Sie finanzielle Rücklagen, um Ihren Webshop zu eröffnen. Das notwendige Gründungskapital muss die Gründungskosten und die laufenden Kosten für Ihren Onlineshop decken. Sehen Sie außerdem einen Puffer vor, falls Ihr neu eröffneter Internetshop Startschwierigkeiten hat.

Berechnen Sie also die Kosten für Ihren Onlineshop – genauer: für die Domain und Website, sämtliche Versandwege der Waren, das Marketing sowie weitere Posten und überlegen Sie sich, wie Sie die Unternehmensfinanzierung regeln wollen. Sie müssen die Existenzgründung Ihres Onlinehandels oftmals nicht komplett selbst stemmen, sondern können sich über Fördermittel und Zuschüsse finanzielle Unterstützung holen. Welche Möglichkeiten Ihnen sonst noch zur Verfügung stehen, können Sie jetzt schnell und bequem online über unseren kostenlosen Finanzierungsrechner ermitteln.

Auf der anderen Seite sollten Sie die Möglichkeiten prüfen, die sich bieten, um Einnahmen über Ihren Onlineshop zu generieren: Zum einen erhalten Sie dadurch Geld, dass Sie über Ihren selbstständigen Onlinehandel Waren verkaufen. Oder Sie werden von einem Hersteller dafür entlohnt, dass Sie ihm Kunden vermitteln, die seine Produkte kaufen möchten. Zum anderen können Sie mit Ihrem Onlineshop Geld verdienen, indem Sie Dritten (zum Beispiel Google AdSense oder Contaxe) anbieten, dass sie entgeltlich auf Ihrer eigenen Website werben können. Je nach Besucherzahl Ihres Webshops, pro Klick auf die jeweiligen Werbeanzeigen oder pro Verkauf der beworbenen Produkte werden Sie bezahlt.

Den eigenen Webshop technisch umsetzen

Wer einen Onlineshop gründen möchte, braucht eine Internetplattform, auf der der Handel betrieben wird. Denn darüber läuft die gesamte Kommunikation mit Ihren Kunden. Auf der Homepage stellen Sie Ihre Waren, Ihre Dienstleistung und Ihr Unternehmen vor. Hierbei sind Sie verpflichtet, ein Impressum, auch Anbieterkennzeichnung genannt, anzugeben. Auch Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) mit der Widerrufsbelehrung müssen auf Ihrer Website veröffentlicht sein. Konzipieren Sie in einem nächsten Schritt, wie das Webdesign und die mobile Version Ihres Onlineshops aussehen soll.

Wichtig: Aber dem 09. Januar 2016 gelten neue Informationspflichten für Online-Händler. Künftig müssen Sie auf Ihrem Webshop auf die Möglichkeit einer Online-Schlichtung hinweisen. Weitere Informationen erhalten Sie auf den Seiten der IHK Saarland.

Entscheiden Sie darüber hinaus, welche Funktionalitäten wie ein Login-geschützter Kundenbereich oder eine Artikelsuche geboten werden. Auch sollten Sie sich überlegen, welche Online-Bezahlsysteme Sie einführen, sprich ob Ihre Kunden per Lastschrift, mit einer Überweisung vor der Lieferung oder auf Rechnung bezahlen können. Dabei haben Sie die Möglichkeit, zum Beispiel mit PayPal oder ClickandBuy zusammenzuarbeiten, die Ihnen ein standardisiertes Bezahlsystem zur Verfügung stellen.

Um nach Ihren Anforderungen den Onlineshop zu gestalten, ist es empfehlenswert, professionell an die technische Umsetzung heranzugehen. Zahlreiche Anbieter stellen Shopsoftware für einfache Webshops bereit. Zum Teil können Tools wie von den Unternehmen Jimdo oder Wix kostenlos genutzt werden, um eine eigene Homepage zu erstellen. In der Regel umfangreichere Baukasten-Systeme bieten wie 1+1, Strato oder Host Europe gegen Gebühr an. Wenn Sie allerdings eine aufwendigere Programmierung der Website für Ihren Onlineshop planen, wenden Sie sich besser an eine professionelle Agentur.

Hinweis von unseren Experten in Grün

Das Thema Sicherheit und Datenschutz ist für alle Entscheidungen, die Sie zur technischen Umsetzung Ihres Onlineshops treffen, von großer Bedeutung. Denn Sie müssen garantieren können, dass Ihr Internethandel reibungslos läuft – und gleichzeitig dafür sorgen, dass die persönlichen, Bestell- und Zahlungsdaten Ihrer Kunden sicher verwaltet werden. In Ihren Datenschutzbestimmungen müssen Sie Ihre Shopbesucher darüber aufklären, welche Daten in welchem Umfang und zu welchem Zweck erhoben und genutzt werden.

Ein Handelsmodell für den Onlineshop entwickeln und realisieren

Unabhängig davon, ob Sie einen Onlineshop für Kleidung oder Hundefutter eröffnen – Sie müssen den Vertrieb der angebotenen Waren organisieren. Wählen Sie ein passendes Handelsmodell aus, wie die Güter verschickt werden sollen, sobald sie Kunden bei Ihnen bestellen: Einerseits können Sie ein eigenes Warenlager aufbauen und mit einem Dienstleister zum Paketversand wie DHL, Hermes oder UPS kooperieren. Sämtliche Bestellungen und Retouren werden dann über Ihren Onlineshop abgewickelt.

Andererseits ist es möglich, mit Ihrem Onlineshop ein sogenanntes Dropshipping oder Zwischengeschäft zu betreiben. Hierbei stellen Sie als Onlinehändler den Kontakt zwischen Hersteller und Kunden her: Sie vermitteln die Bestellinformationen an den Hersteller, der wiederum den Versand in die Wege leitet. Beispielhaft nutzen Onlineshops wie ALSO oder yatego das Dropshipping-Prinzip und vertreiben so jeweils über 100.000 Produkte. Mit diesem Handelsmodell können Sie als selbstständiger Internethändler Zeit und Ressourcen einsparen und Ihre Energie stattdessen zum Beispiel in das Marketing für Ihren Onlineshop investieren.

Von Anfang an unverzichtbar: Marketing für Ihren Onlineshop

Eine Ihrer zentralsten Aufgaben als Onlinehändler ist es, Marketing für Ihren Webshop zu betreiben: Sie müssen Ihren neu eröffneten Onlineshop bekannt machen und daran arbeiten, eine eigene Marke im Internet zu etablieren. Ein erstes Etappenziel: Die Kunden sollten die Website Ihres Onlineshops finden. Deshalb müssen Sie die Inhalte so gestalten, dass sie optimiert für Suchmaschinen wie Google oder Bing sind.

Weitere Marketing-Maßnahmen können Ihnen dabei helfen, Kunden für Ihren Onlineshop zu gewinnen: Vermitteln Sie auf Ihrer Homepage über Auszeichnungen wie dem TÜV-Zertifikat oder das Trusted Shops-Gütesiegel, dass Ihr Internethandel vertrauenswürdig ist. Sammeln Sie auch positive Kundenbewertungen und verwenden Sie diese für Ihre Werbung. Zudem können Sie mit Gutscheinen und Gewinnspielen die Aufmerksamkeit Ihrer Kunden erregen.

Rühren Sie auch abseits Ihrer eigenen Homepage die Werbetrommel: Wägen Sie ab, welche der zahlreichen Werbe- und Kommunikationsformen sich für Ihren Onlineshop eignen. Lohnt sich ein monatlicher Newsletter oder ein Social-Media-Auftritt?

Gut zu wissen in Grün

Wichtige Ratschläge und Hinweise zu den Strategien, Ihren Onlineshop zu bewerben, erhalten Sie in unserem kostenlosen Leitfaden zum Thema Online-Marketing für Gründer als Download [PDF]. Auch haben wir die essenziellen Schritte zur Existenzgründung in der Checkliste Onlineshop eröffnen [PDF] für Sie zusammengefasst, die Sie sich kostenfrei herunterladen können. Im Gründerbereich von Finanzchef24 erhalten Sie weitere ausführliche Informationen zur Existenzgründung allgemein: Die Themen reichen von der Gründungsplanung über den Start Ihrer Geschäftstätigkeit bis hin zur späteren Unternehmensführung.

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