Viele Kindern auf einem Spielgerüst

So eröffnen Sie Ihre eigene Kita

  • kostenloser Businessplan-Vorlage zum Download
  • wichtige Schritte zur Gründung einer Kita als Checkliste
  • alle Adressen und Ansprechpartner als Übersicht

Die Nachfrage nach Krippenplätzen ist enorm – und freie Plätze sind rar. In vielen Gebieten ist der Platzmangel so groß, dass Eltern bereits ungeborene Kinder auf Wartelisten setzen lassen. Wenn Sie eine Kita eröffnen möchten, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Lesen Sie nachfolgend, welche Voraussetzungen Sie für die Gründung einer Kita erfüllen müssen und welche Förderungsmöglichkeiten Ihnen dabei zur Verfügung stehen.

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Phase A: Planung & Vorbereitung

1. Bringen Sie die persönlichen Voraussetzungen mit?

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg
Ihr Entschluss ist gefasst – sie möchten eine eigene Kita eröffnen. Sie lieben Kinder, sind vielleicht mit den aktuellen Bedingungen in anderen Kitas unzufrieden oder sehen den gesellschaftlichen Bedarf für Kinderbetreuung. An Motivation und Durchhaltevermögen mangelt es Ihnen außerdem nicht. Es spricht also nichts dagegen, mit Ihrem Vorhaben durchzustarten. Gehen Sie trotzdem noch einmal in sich und beantworten sich folgende Frage ehrlich: 

Bringe ich die Voraussetzungen mit, eine eigene Kita zu führen?

Zum einen geht es hier um das Fachliche, wie etwa Erfahrungen (oder zumindest ein großes Interesse) im Bereich Pädagogik oder auch betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse. Zum anderen sollten Sie gewisse emotionale und psychische Eigenschaften mitbringen, damit Ihre Kita-Gründung von Erfolg gekrönt wird.

  • Sind sie psychisch (und körperlich) belastbar?
  • Können Sie sich gut durchsetzen und dabei gleichzeitig Einfühlungsvermögen zeigen?
  • Gehört Teamarbeit zu Ihren Stärken?  
  • Ist Geduld eine Ihrer Tugenden und zeichnet Sie ein starkes Nervensystem aus?

Wenn Sie alle Fragen mit “Ja” beantworten können, dann “Herzlichen Glückwunsch”! Sie bringen die wichtigsten persönlichen Voraussetzungen zur Führung einer Kita mit. Dann geht es nun an die formelle Arbeit.

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Sie möchten eine Kita eröffnen, wissen aber nicht, wie Sie starten sollen? Bei Ihren Recherchen fühlen Sie sich schnell verloren? Sie haben Angst Fehler zu machen? Dann ist die Go Ahead Gründerakademie ganz sicher was für Sie: Hier werden Sie online 60 Tage von einem erfahrenen Gründungsberater und anderen Experten an die Hand genommen – von der Idee über den Businessplan bis zur erfolgreichen Gründung. Sie haben alle relevanten Infos an einem Ort und wissen immer, was als nächstes zu tun ist. Mit der Gründerakademie bauen Sie auf die Erfahrungen aus 50.000 begleiteten Gründungen und starten perfekt vorbereitet.

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2. Geschäftsidee für Ihre Kita entwickeln: das pädagogische Konzept

„Hilf mir, es selbst zu tun“ (Maria Montessori)
Im Zentrum Ihrer Kita steht das pädagogische Konzept. Für welches Sie sich auch entscheiden – die Wahl muss gut durchdacht sein. Schließlich müssen Sie das Konzept in Ihrem Businessplan vorstellen und dort nachvollziehbar präsentieren, wie Sie es in der Praxis umsetzen möchten.

Mögliche pädagogische Konzepte für Kindertagesstätten:

Freinet-Konzept
Benannt nach dessen Erfinder Cèlestin Freinet (1896 – 1966), gelten bei diesem pädagogischen Konzept folgende Grundsätze:

  • eine freie Entfaltung der Persönlichkeit des Kindes
  • die kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt
  • die Förderung der Selbstverantwortlichkeit des Kindes
  • die Zusammenarbeit und gegenseitige Verantwortlichkeit im Gruppenverband
  • Erzieher*innen als Beobachter & Helfer

Montessori-Konzept
Das pädagogische Konzept von Maria Montessori (1870 – 1952) funktioniert nach folgenden Prinzipien:

  • das Kind als vollwertiger Mensch mit einer individuellen Persönlichkeit
  • freie Entscheidungen des Kindes
  • Selbstständiges Denken und Handeln
  • die eigenen Lernbedürfnisse des Kindes im Fokus
  • Erzieher*innen als gleichberechtigte Partner, Beobachter & Helfer

Waldorf-Konzept
Entwickelt von Rudolf Steiner (1861 – 1925) verfolgt dieses pädagogische Konzept u. a. folgende Ziele:

  • Lernen durch Nachahmung
  • Förderung von handwerklicher, künstlerischer und musischer Beschäftigung
  • Stärkung sozialer Kompetenzen
  • selbstverständlichen Bezug zur Natur herstellen
  • Erzieher*innen als Vorbild

Reggio-Konzept
Dieses pädagogische Konzept hat seinen Ursprung in der italienischen Stadt Reggio Emilia und setzt seinen Fokus wie folgt:

  • das Kind als eigenständige Persönlichkeit mit einem natürlichen Drang nach der Erforschung von Neuem 
  • die Erziehung der Wahrnehmung und des Ausdrucks
  • ganzheitliches Lernen und freies Spielen
  • die Gestaltung und Ausführung von Projekten
  • Erzieher*innen als Vertraute, Begleiter, Zuhörer & Beobachter

Fröbel-Konzept
Friedrich Fröbel (1782 – 1852) gilt als Gründer des Kindergartens, so wie wir ihn heute kennen. Sein pädagogisches Konzept war zu seiner Zeit wegweisend, da es zuvor nur sogenannte „Kinderaufbewahrungsstätten“ gab. Es findet bis heute Anwendung und beinhaltet folgende Elemente:

  • freies Spielen als Zentrum der kindlichen Beschäftigung
  • Förderung von freiem Denken und Selbstständigkeit
  • Förderung des Bewegungsspiels
  • Gartenarbeit als Beschäftigung, damit das Kind u. a. anhand der Beobachtung von Pflanzenwachstum seine eigene Entwicklung nachvollziehen kann
  • Erzieher*innen als Vermittler & Partner

Ausführliches PDF zum Thema: Pädagogische Konzepte in der Kindergartenpädagogik
itere Infos zu diesen und weiteren Konzepten finden Sie im folgenden PDF von die Kinderwelt: Pädagogische Konzepte: Die wichtigsten Konzepte der Kindergartenpädagogik auf einen Blick

3. Kapitalbedarf und laufende Kosten

Grundkapital
Wenn Sie Ihre eigene Kita eröffnen möchten, dann funktioniert das natürlich nicht ohne Geld. Zum einen fallen bestimmte Gründungskosten an, wie beispielsweise die Gewerbeanmeldung. Zum anderen müssen Sie u. a. die Ausstattung und eventuelle Umbauten Ihrer Einrichtung finanzieren. Mehr zum Thema Finanzierung und Fördermöglichkeiten Ihrer Kita finden Sie unter Punkt 8.

Laufende Kosten
Neben den einmaligen Kosten, die während der Gründung Ihrer Kita anfallen, müssen Sie auch mit Fixkosten während des Betriebs, also den sogenannten laufenden Kosten kalkulieren, die regelmäßig anfallen. Das können u. a. sein:

  • Miete
  • Strom/Gas
  • Heizkosten
  • Gehälter/Löhne

Aber auch ihre privaten Ausgaben dürfen Sie nicht aus dem Blick verlieren. Denn schließlich müssen Sie sich selbst von den Einnahmen Ihrer Kita finanzieren.

Kalkulationsschema für Ihre privaten Ausgaben
Nutzen Sie unser kostenloses Excel-Tool [62 KB], um den sogenannten Unternehmerlohn zu berechnen. Denn dieser ist ebenfalls wichtiger Bestandteil Ihres Finanzplans, der wiederum schlüssig in Ihrem Businessplan dargestellt werden muss

4. Geeignete Räumlichkeiten suchen

Der Ort des Schaffens: die Kita
Um eine Kita zu gründen, sind die richtigen Räume von zentraler Bedeutung. Die Suche danach wird Sie Zeit und Nerven kosten. Denn: Auch die Raumbeschaffenheit von Kindertagesstätten ist gesetzlich bis ins kleinste Detail vorgeschrieben. So muss beispielsweise jeder Gruppenraum über eine geeignete Fläche für Gruppenaktivitäten verfügen. Gefahrloses Spielen muss gewährleistet sein. Neben Gruppenräumen muss Ihre Kita folgende Räume besitzen, deren Beschaffenheit ebenfalls gesetzlich genau festgelegt ist:

  • ausreichend Wasch- und WC-Räume
  • Schlafmöglichkeiten (insbesondere für Kinder unter 3 Jahren)
  • Küche
  • Mitarbeiterzimmer
  • Abstellraum

Insgesamt sollen die Räume der Kita hell, warm, sauber, belüftbar und trocken sein und den einschlägigen Sicherheitsvorschriften entsprechen (zum Beispiel Brandschutz, Fluchtmöglichkeiten usw.). Außerdem sollte Ihre Kinderkrippe beziehungsweise Ihr Kindergarten über eigene Außenanlagen verfügen oder Zugang zu Parks oder Spielplätzen in unmittelbarer Nähe haben.

Die einzelnen Bundesländer räumen den jeweiligen Kommunen das Recht ein, die Anforderungen an die Räumlichkeiten individuell zu definieren. Zuständige Ämter, bei denen Sie genaue Informationen erfragen können, sind die jeweiligen Bau- und Gesundheitsämter sowie Kita-Aufsichten Ihres Bezirks. Hinsichtlich des Standortes Ihrer Kita, wenden Sie sich an Ihr zuständiges Jugendamt. Dieses ermittelt für Sie den Bedarf an Ihrem Wunschstandort. Sollte Bedarf für eine Kita bestehen, werden Sie in den Bedarfsplan aufgenommen.

Online-Plattformen für Immobilien
Sie wissen bereits, wo Sie Ihre Kita eröffnen werden und möchten wissen, wie Sie am besten freie Immobilien für Ihre Einrichtung finden? Nutzen Sie dazu die geläufigen Online-Plattformen wie ImmobilienScout24, Immonet oder Immowelt. Wie auch bei der privaten Wohnungssuche können Sie dort einfach Ihren Wunschort eingeben sowie Größe und einen Preisrahmen festlegen und bekommen in wenigen Sekunden freie Gewerbeimmobilien angezeigt.

5. Rechtsform Ihrer Kita

Das rechtliche Fundament
Die Wahl der Rechtsform Ihrer Kita will gut überlegt sein. Schließlich hängen viele Faktoren, wie beispielsweise die persönliche Haftung, benötigtes Kapital oder auch Fördermöglichkeiten davon ab. Nachfolgend finden Sie eine kurze Übersicht zu den geläufigsten Trägerformen.

Der eingetragene Verein (e. V.)
Soziale Einrichtungen wählen häufig die Trägerform des eingetragenen Vereins. Ihre Vorteile:

  • Haftung nur für den Verein als juristische Person, nicht für Sie als Privatperson 
  • einfache Gründung ohne Eigenkapital
  • Steuervorteile aufgrund der Gemeinnützigkeit

GbR
Als Gemeinschaft bürgerlichen Rechts bietet die Kita-Gründung folgende Vorteile:

  • geringe Gründungsformalitäten
  • kein Mindestkapital
  • keine Buchführungs- und Bilanzierungspflicht

Aber: Sie haften sowohl mit dem Gesellschafts- als auch mit Ihrem Privatvermögen.

Einzelunternehmen
Die Gründung Ihrer Kita als Einzelunternehmen bietet folgende Vorteile:

  • alleinige Entscheidungsgewalt 
  • kein Mindestkapital vorgeschrieben
  • geringe Gründungskosten

Aber: Sie haften mit Ihrem Privatvermögen und tragen die komplette Verantwortung für mögliche Misserfolge.

GmbH
Sie haben auch die Möglichkeit, Ihre Kita als GmbH beziehungsweise gGmbH (gemeinnützig) zu gründen:

  • Haftung nur mit dem Gesellschaftsvermögen
  • steuerliche Vorteile, insbesondere bei der gGbmH
  • Gründung als Einzelperson oder im Team möglich

Aber: Die Gründungsformalitäten der GmbH sind äußerst aufwendig. Zudem benötigen Sie ein Gründungskapital in Höhe von mindestens 25.000 Euro.

Weitere Informationen zur Wahl der passenden Rechtsform
Eine Übersicht zu den verschiedenen Rechtsformen finden Sie auf unserer Themenseite: Rechtsform für Unternehmensgründung

Ausführliche Informationen zur Trägerschaft in Form eines Vereins, liefert Ihnen außerdem das Handbuch zur Kita-Gründung des Landes Brandenburg: Unternehmen Kindertagesstätte [PDF|814 KB]

Gut zu wissen: Wenn Sie als Elterninitiative eine Kita gründen wollen, müssen Sie als Basis einen gemeinnützigen Verein gründen. Informationen und Beratungsangebote finden Sie auf den Seiten der Bundesarbeitsgemeinschaft Elterninitiativen e. V..

Online-Tool ‚Rechtsform finden‘ von Go Ahead
Wenn Sie sich unsicher sind, welche Rechtsform die richtige für Sie ist, nutzen Sie doch das Online-Tool unseres Partners Go Ahead als Entscheidungshilfe.

6. Businessplan für Ihre Kita

Das Herzstück Ihrer Gründungsplanung
Der Businessplan ist Ihr wichtigstes Instrument, wenn Sie eine Kita gründen. Warum? Nun, zum einen dokumentieren Sie hier ausführlich und nachvollziehbar Ihre Geschäftsidee, um so potenzielle Investoren bzw. Kreditinstitute von Ihrer Gründung und vor allem von der Realisierbarkeit zu überzeugen. Zudem werden Sie sich ohne Businessplan schwer tun, Fördermittel zu erhalten, da dieser oft Voraussetzung dafür ist. 

Zum anderen erarbeiten Sie sich ein fundiertes Kontrollinstrument, mit dessen Hilfe Sie im ersten Schritt auch erst einmal für sich selbst prüfen, ob Ihre Gründungsidee Hand und Fuß hat. Im weiteren Verlauf können Sie anhand des Geschäftsplans für Ihre Kita kontrollieren, wie weit Sie in der Gründungsphase bereits gekommen sind, worin Sie bereits erfolgreich sind und welche Probleme Ihnen begegnen.

Download Businessplan-Vorlage
Damit Sie mit Ihrem Geschäftsplan für Ihre Kita nicht bei Null anfangen müssen, haben wir für Sie eine bereits vorformatierte Businessplan-Vorlage erstellt. So müssen Sie sich um das Grundgerüst keine Sorgen mehr machen, sondern können sich voll darauf konzentrieren, die Businessplan-Vorlage mit Ihren gut durchdachten, überzeugenden und detaillierten Inhalten zu füllen. Um das Dokument zu erhalten, klicken Sie einfach auf den orange-farbenen Button. Falls Sie Interesse an weiteren exklusiven Tipps und Informationen zum Thema Existenzgründung haben, melden Sie sich doch zudem für unseren Gründernewsletter "Finanzchef24-Gründertipps" an.

Zur Businessplan-Vorlage

PHASE B: Umsetzung und Eröffnung

7. Voraussetzungen klären

Gesetzlicher Rahmen zur Gründung einer Kita
Um eine eigene Kita zu gründen, müssen Sie einige Rahmenbedingungen beachten, die in den Kindertagesstättengesetzen der einzelnen Bundesländer geregelt sind. Inhaltlich sind darin Ausführungen zu folgenden Punkten festgehalten:

  • Grundsätze der Erziehung, Bildung und Betreuung
  • Mitverantwortung der Eltern: Elternbeirat verpflichtend
  • Öffnungszeiten
  • Aufbringung der Kosten
  • Angaben zur Raumaufteilung, Sicherheit der Kinder, Platzbedarf pro Kind, Gruppengrößen usw.

Rahmenbedingungen sind Ländersache
Wie die Rahmenbedingungen genau aussehen, können die einzelnen Bundesländer autonom bestimmen. So kommt es vor, dass beispielsweise in Bayern andere Voraussetzungen für die Gründung einer Kita gelten als in Berlin oder Hamburg. Folgendes Beispiel zeigt die Rahmenbedingungen der Stadt Nürnberg für die Gründung einer Kita.

8. Finanzierung Ihrer Kita sichern

Förderung bei Gründung einer Kita
Wenn Sie eine Kita gründen, werden Sie von Ländern und Kommunen gefördert. Bedingung dafür ist, dass Sie in den Bedarfsplan Ihres zuständigen Jugendamtes aufgenommen wurden und eine Betriebserlaubnis erhalten haben. Da auch hier die Modalitäten von Kommune zu Kommune unterschiedlich sind, empfehlen wir Ihnen, sich beim entsprechenden Jugendamt zu informieren. Neben der Förderung durch Länder und Kommunen können Sie in Deutschland staatliche Förderprogramme für Existenzgründer in Anspruch nehmen. Welche weiteren Möglichkeiten Ihnen für Ihre Unternehmensfinanzierung zur Verfügung stehen, können Sie über unseren kostenlosen Finanzierungsrechner prüfen.

Finanzchef24-Finanzierungsrechner
Welche weiteren Möglichkeiten Ihnen für Ihre Unternehmensfinanzierung zur Verfügung stehen, können Sie über unseren kostenlosen Finanzierungsrechner prüfen.

Kita-Finanzierung finden

9. Genehmigungen für Ihre Kita einholen

Betriebserlaubnis vom Jugendamt für Ihre Kita-Gründung
Um einen Kindergarten und/oder eine Kinderkrippe eröffnen zu dürfen, bedarf es nach §45 SGB (Sozialgesetzbuch) VIII einer Betriebserlaubnis des jeweils zuständigen Jugendamtes. So soll unter anderem gewährleistet werden, dass die Betreuung der Kinder durch geeignete Kräfte erfolgt. Sie müssen nachweisen, dass Sie hinsichtlich folgender Punkte bestimmte Mindestanforderungen erfüllen:

Konzeption
Das Konzept zur Kita-Gründung ist entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg Ihrer Kindertagesstätte. Hier legen Sie dar, wie Sie sich Ihre Kindertagesstätte vorstellen und wie genau Sie Ihr Vorhaben umsetzen wollen. Für den Antrag auf eine Betriebserlaubnis muss der Geschäftsplan folgende Informationen enthalten:

  • Aufbau und Struktur der Kita
  • Erläuterung der fachlichen Umsetzung
  • Informationen zur Zielgruppe (Alter der Kinder, Einzugsgebiet usw.)
  • Pädagogische Ziele und Grundlagen
  • Strukturierung des Alltags im Kindergarten oder in der Kinderkrippe (Öffnungszeiten, Tagesablauf, Versorgung usw.)

Personal
Bevor eine Erlaubnis zur Eröffnung einer Kita erteilt wird, müssen Sie dem Jugendamt Auskunft über Ihr Personal geben. Es muss sich um fachlich geeignete Mitarbeiter handeln. Geeignet sind Fachkräfte, die eine staatliche oder gleichwertige Ausbildung im pädagogischen oder therapeutischen Bereich abgeschlossen haben. Das können beispielsweise Erzieher, Familienpfleger, Heilpädagogen oder auch Kinderpfleger sein. Für den Antrag auf eine Betriebserlaubnis, müssen Sie Ihr Personal namentlich angeben.

Wie viele Betreuer Sie einstellen müssen, hängt von der Anzahl der zu betreuenden Kinder sowie den Betreuungsstunden ab und wird autonom durch die einzelnen Bundesländer gesetzlich vorgeschrieben. In Berlin zum Beispiel, sieht der Personalschlüssel bei Kindern von zwei bis drei Jahren wie folgt aus: eine Fachkraft für sechs Kinder, bei einer Betreuungszeit von sieben bis neun Stunden täglich, eine Fachkraft für 7 Kinder bei einer Betreuungszeit von fünf bis sieben Stunden täglich sowie eine Fachkraft für 9 Kinder bei einer Betreuungszeit von vier bis fünf Stunden täglich. Im Gegensatz dazu müssen in Hessen für die Betreuung von acht bis zehn Kindern zwischen 0 und 3 zwei Fachkräfte eingesetzt werden.

Standort und Räumlichkeiten
Hier geben Sie Ihre Bau- und Lagepläne mit detaillierten Nutzungs- und Flächenangaben an. Die Räumlichkeiten müssen als gewerbliche Räume ausgewiesen sein oder es muss eine Genehmigung zur Nutzungsänderung vorliegen (zum Beispiel, wenn Sie eine Wohnung oder ein ehemaliges Lokal anmieten/kaufen).

Finanzplan
Mit dem Finanzplan legen Sie die wirtschaftlichen Voraussetzungen für Ihre Kita dar. Er beinhaltet eine möglichst genaue Einschätzung der Gründungsaufwendungen sowie laufenden Kosten Ihrer Kita. Darunter fallen unter anderem Personalkosten, Sachkosten wie Inventar oder Spielzeug, sowie Mietkosten. Außerdem sollten Sie auch Ihre Finanzierungsvorstellungen angeben. Erwartete Einnahmen nach Eröffnung der Kita können beispielsweise über Elternbeiträge, öffentliche Zuschüsse oder Spenden erfolgen.

Landesgesetze der Bundesländer zur Kita-Gründung
Jedes Bundesland formuliert die Bedingungen zur Erteilung der Betriebserlaubnis individuell. Informieren Sie sich deshalb bei Ihrem zuständigen Jugendamt und lassen Sie sich vorab zur Gründung einer Kita beraten. Finanzchef24 stellt Ihnen zudem eine Liste mit nützlichen Links zum kostenfreien Download zur Verfügung: Informationen und Gesetze der Bundesländer zur Kita-Gründung [PDF|260 KB]

10. Mitarbeiter finden – und halten!

Nur im Team sind Sie stark
Die Seele Ihrer Kita sind Ihre Mitarbeiter. Ohne kompetentes Personal, das auch im Sinne Ihres pädagogischen Konzepts arbeitet, wird das Ganze nicht laufen. In der heutigen Zeit wird die Personalsuche für soziale Einrichtungen wie Kitas jedoch zur Zerreißprobe. Der Bedarf ist groß, der Fachkräftemangel noch größer. Und: Die Kunst liegt häufig nicht darin, gute Mitarbeiter zu finden – sondern sie auch zu halten. 

Wie Sie Mitarbeiter finden
Schalten Sie Stellenanzeigen auf den gängigen Jobportalen wie z. B. Stepstone oder Indeed. Nutzen Sie außerdem branchenspezifische Portale, wie beispielsweise Kita-Stellenmarkt.de, um potenzielle Bewerber noch gezielter anzusprechen.

Wie Sie Mitarbeiter halten
Gerade im sozialen Bereich ist die Fluktuation sehr stark. Viele Erzieher und Pädagogen klagen über eine zu hohe Arbeitsbelastung bei geringer Vergütung. Natürlich können Sie gerade am Anfang gehaltstechnisch keine Luftsprünge machen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Sie für ein ausgeglichenes Arbeitspensum und eine angenehme Arbeitsatmosphäre sorgen. Haben Sie immer ein offenes Ohr für die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter und zeigen Sie ihnen, dass Sie ihre Arbeit schätzen. 

Download: Übersicht zu Online-Stellenmärkten [PDF]
Um Sie auf der Suche nach guten Mitarbeitern zu unterstützen, haben wir für Sie eine Übersicht bekannter Online-Stellenmärkte zusammengestellt. So müssen Sie nicht selbst das Internet durchforsten, um die passende Plattform für Ihre Stellenanzeigen zu finden. Die Liste inklusive Informationen zu aktuellen Preisen können Sie als PDF [288 KB] kostenfrei herunterladen.

11. Marketing für Ihre Kita in Angriff nehmen

Mach Sie auf sich aufmerksam
Wie bitte? Marketing für meine Kita? Diese Fragen werden Ihnen wohl als erstes durch den Kopf schießen. Und ja, Sie haben nicht ganz Unrecht, sich das zu fragen. Schließlich bestimmt die Nachfrage den Erfolg des Angebots und die Nachfrage nach Kitaplätzen ist gewaltig. Aber: Auch wenn viele Eltern verzweifelt auf der Suche nach einem Kitaplatz für Ihre Kinder sind – sie müssen ja auch erst einmal erfahren, dass es Ihre Kita gibt.

Gerade in den Anfängen Ihrer Selbstständigkeit werden Sie nicht die finanziellen Mittel haben, um große Marketing-Kampagnen zu fahren. Die gute Nachricht: Müssen Sie auch gar nicht. Online-Marketing ist hier das Stichwort. So werden Sie über Google & Co. gefunden:

Die eigene Webseite
Ohne Homepage geht es eigentlich nicht. Hier können Sie Eltern einen Einblick in Ihre Arbeit liefern, Ihr pädagogisches Konzept erläutern sowie Ihr Team vorstellen. Ihr Webauftritt sollte die Werte widerspiegeln, die Sie in Ihrer Kita leben. Warum erstellen Sie nicht auch einen eigenen Blog, in dem Sie aktuelle und relevante Themen behandeln oder auch Rezepte posten, die Sie für Ihre oder mit Ihren Schützlingen gekocht bzw. gebacken haben? Geben Sie Ihrer Seite eine persönliche Note und bauen Sie so Vertrauen und Sympathie auf. Wenn Sie nicht genau wissen, wo Sie anfangen sollen, dann schauen Sie sich auf Seiten der Konkurrenz um – z. B. auf der Webseite der Kindergrippe Kinderinseln.

Mehr zum Thema finden Sie in Teil 1 unseres Online-Marketing-Leitfadens: Die eigene Webseite erstellen.

Online-Anzeigen schalten
Wenn Sie etwas Geld in die Hand nehmen möchten, können Sie auch Anzeigen im Internet schalten, z. B. auf Google. Mehr dazu können Sie auf unserer Themenseite „Google AdWords für Einsteiger“ nachlesen.

Leitfaden Online-Marketing 
Wenn Sie neben der Erstellung Ihrer Webseite sowie Anzeigenschaltung auf Google weitere Tipps für erfolgreiches Werben im Internet erhalten möchten, dann werfen Sie doch einen Blick in unseren Themenbereich: Online-Marketing für Gründer.

12. Ihre Kita richtig absichern

Kita? Aber sicher!
Damit Sie Ihre Kita sorgenfrei führen können, ist der richtige Versicherungsschutz unerlässlich. Vergessen Sie deshalb im Zuge der Gründung nicht, sich entsprechend abzusichern. Welche Gewerbeversicherungen für Sie essenziell sind, erfahren Sie unter Versicherungen für Kitas. Oder fordern Sie kostenlos eine Expertenanalyse zu Ihrem individuellen Versicherungsbedarf an. 

Mithilfe des Online-Rechners können Sie zudem kostenfrei Tarife von führenden Versicherern miteinander vergleichen, um so das passende Angebot für Ihre Kita zu finden. Bonus: Einige der Versicherer gewähren zudem Gründerrabatte bis zu 50 Prozent.

Zum optimalen Schutz

Bonus: Hilfreiche Tools für Ihre Kita-Gründung

Hier finden Sie einige hilfreiche, kostenlose Tools, die Sie bei der Gründung Ihrer Kita unterstützen sollen. So erhalten Sie z. B. eine Checkliste mit den wichtigsten Gründungsschritten im Überblick oder auch ein Kalkulationsschema für Ihren Finanzplan. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrem Vorhaben!

Autorin: Cynthia Henrich, Stand: 08.03.2019