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Junger Unternehmer, symbolisch für das Artikelthema Gründungsformen.

Gründungsformen in der Übersicht

Wenn Sie sich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen haben, sich selbstständig zu machen, gibt es einige Möglichkeiten, wie Sie sich den Traum vom eigenen Unternehmen erfüllen können. Lesen Sie nachfolgend, welche Gründungsformen es gibt und was sich dahinter verbirgt.

Autorinnen: Barbara Schweigert, Cynthia Henrich, 01.06.2016

Junge Existenzgründerin in einem Meeting, bei dem es um die Frage geht, welche Gründungsform sie für ihr Start-up wählen.

Eines vorweg. Für alle Gründungsformen gilt: Machen Sie sich sogleich auch Gedanken über die Rechtsform Ihres Unternehmens. Denn für alle Neugründungen – ob nebenberuflich, solo oder im Team – müssen Sie diese neu festlegen. Und auch wenn Sie eine Unternehmensnachfolge antreten, empfiehlt es sich, die Rechtsform zu überprüfen.

1. Neugründung

Die Neugründung ist die beliebteste Gründungsform. Hier können Sie Ihre eigene Geschäftsidee verwirklichen und Ihr Unternehmen nach Ihren Wünschen und Vorstellungen gestalten und führen. Neben diesen Vorzügen gibt es jedoch auch beachtliche Herausforderungen, denen Sie sich bei anderen Gründungsformen vielleicht nicht in dem Ausmaß stellen müssen. So müssen Sie Ihre Gründung präzise von Anfang bis Ende alleine planen und sich über die Finanzierung Ihres Start-ups Gedanken machen. Denn schließlich möchten Sie es schaffen, sich auf dem Markt zu etablieren, Kunden zu akquirieren und so Ihr Unternehmen zum Laufen zu bringen.

2. Gründung als Franchisenehmer

Diese Gründungsform basiert darauf, dass Sie mit einem Partner kooperieren, der Ihnen unter anderem sein Geschäftsmodell zur Verfügung stellt. Hier können Sie erheblich von der Unterstützung des Partners profitieren – zum Beispiel was die Markenbekanntheit betrifft. Jedoch haben auch Verpflichtungen und können kaum von dem Unternehmenskonzept des Mutterkonzerns abweichen. Diese zwei Seiten der Medaille sollten Sie genau prüfen, wenn Sie sich überlegen, die Gründungsform eines Franchise-Unternehmens zu wählen.

3. Unternehmensnachfolge

Wie der Name Unternehmensnachfolge schon sagt, übernehmen Sie bei dieser Gründungsform ein bereits bestehendes Unternehmen. Sich so selbstständig zu machen, birgt viele Vorteile. Sie setzen sich bei einer Firmenübernahme quasi „ins gemachte Nest“. Das Unternehmen hat den Markt bereits erobert, Ihr Mitarbeiter-Team ist eingearbeitet und Sie können auf einen festen Kundenstamm zählen.

Ihre Herausforderungen können hier unter anderem in der Erfolgssicherung des Unternehmens sowie der Weiterentwicklung des bestehenden Konzepts liegen – hier geht es gleich um eine gute Unternehmensführung. So kann es zum Beispiel sein, dass Sie bereits lang eingespielte Prozesse im Zuge Ihrer Firmennachfolge verändern und um die Akzeptanz der Mitarbeiter Ihnen gegenüber als neue Führungskraft ringen müssen.

4. Gründung im Nebenberuf

Bei dieser Gründungsform haben Sie den großen Vorteil, dass Sie sich auf die finanzielle Sicherheit durch Ihre hauptberuflichen Einnahmen verlassen können. Somit sind Sie zwar mit den Herausforderungen der Gründung konfrontiert, dürfen aber ohne Existenzangst mehr ausprobieren und aus Fehlern lernen.

Wenn Sie die nebenberufliche Gründung als Gründungsform in Betracht ziehen, sollten Sie jedoch unbedingt vorher klären, ob sich Ihr Hauptberuf und die Selbstständigkeit nebenher vereinbaren lassen: Ist eine Gründung in der Form neben Ihrem Job laut Ihrem Arbeitsvertrag überhaupt zulässig oder müssen Sie eine Erlaubnis von Ihrem Arbeitgeber einholen? Und stellen Sie sich auch die selbstkritische Frage, ob Sie ein gutes Zeitmanagement und Durchhaltevermögen für den Balanceakt zwischen Selbstständigkeit, Beruf und Privatleben mitbringen.

5. Einzel- versus Teamgründung

Den Weg in die Selbstständigkeit können Sie als Einzelunternehmer oder im Team beschreiten. Wenn Sie sich allein selbstständig machen, dann haben Sie volle Entscheidungsgewalt und können Ihr Unternehmen ganz nach Ihren Wünschen formen. Jedoch tragen Sie auch allein die Verantwortung und müssen sämtliche Aufgaben übernehmen.

Bei einer Teamgründung teilen Sie sich die anfallende Arbeit sowie das Risiko mit Ihren Partnern und können eventuell fehlendes Wissen Ihrerseits durch das Ihrer Partner ausgleichen (und umgekehrt). Wichtig dabei ist, dass Sie von vorneherein festlegen, wohin es mit dem Unternehmen gehen soll, um spätere Unstimmigkeiten zu vermeiden. Versuchen Sie auch die Zuverlässigkeit Ihrer künftigen Geschäftspartner einzuschätzen – vor allem wenn Sie mit Freunden, die Sie nur privat aber nicht im Arbeitsleben kennen, eine Teamgründung anstreben.

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