Ist die Corona-Krise überwunden? Was Unternehmer jetzt wissen müssen

Teil2: Jetzt gründen? Lieber nicht. Oder doch?

08. Juli 2020 | Up2date | Autorin: Katja Brauchle

Aufgrund der aktuellen Situation und wegen der damit verbundenen Ängste geht die zuletzt gestiegene Gründungsbereitschaft in Deutschland massiv zurück. Denn es ist zu sehen, dass der Staat nicht ausreichend auf die Bedürfnisse der Selbstständigen eingeht. Wer vor der Krise mit dem Gedanken gespielt hat, sich selbstständig zu machen, schreckt jetzt eher davor zurück, weil zu befürchten ist, dass bei einer erneuten Krise der Staat Gründer und Selbstständige gefühlt im Stich lässt.

Die Annahme, dass Gründen oder die Selbstständigkeit aktuell eine schlechte Idee sei, ist aber nur bedingt richtig. Sicher braucht es noch mehr Mut als ohnehin schon. Doch es hat sich gezeigt, dass tolle Ideen auch jetzt noch Investoren finden. Und wenn potentielle Konkurrenten jetzt aus Sorge vor einem Misserfolg zurückschrecken, ist die Erfolgswahrscheinlichkeit umso höher.

Mut machen vielleicht auch die zahlreichen Unternehmen, die während (Finanz)Krisen gegründet wurden. Disney zum Beispiel wurde 1929 gegründet – als die ganze Welt aufgrund des Börsencrashs am sogenannten Schwarzen Freitag in eine vier Jahre andauernde Finanzkrise stürzte. 91 Jahre später ist der Erfolg ungebrochen. Bill Gates ging 1975 mit Microsoft an den Start – während sich die Welt erst langsam von der Ölkrise 1973 erholte.

Und auch während der letzten Finanzkrise wurden Unternehmen gegründet, die heute in aller Munde sind. Dazu gehören etwa internationale Player wie WhatsApp, Instagram, Uber oder Airbnb. All diese Unternehmen wurden während der Finanzkrise 2008 gegründet und alle konnten sich mit ihren sehr unterschiedlichen Geschäftsmodellen erfolgreich am Markt platzieren. Auch Zalando wurde 2008 geboren – und stand Ende 2019 auf Platz 3 der größten Onlinehändler in Deutschland, hinter Otto und Amazon.
Laut einer Untersuchung des Instituts für Mittelstandsforschung überstiegen im Krisenjahr 2009 die Neugründungen sogar die Insolvenzen – über 400.000 Unternehmen wurden gegründet. Ergo: Viele Menschen betrachten eine Krise auch als Chance – auch wenn im ersten Moment Panik und Sorge herrschen.

Wer also vor der Krise darüber nachdachte, sich selbstständig zu machen, sollte diese Idee jetzt nicht verwerfen. Vielleicht ist ein Restaurant in der Großstadt aktuell nicht die beste Idee. Aber auch in einer ohnehin heiß umkämpften Branche kann das funktionieren, wenn das Konzept überzeugt!
Wenn die Idee sich aber verhältnismäßig leicht umsetzen und von überall gearbeitet werden kann, wie beispielsweise Webdesign oder Texten, spricht nichts dagegen, jetzt oder in den kommenden Monaten zu gründen. Wer aktuelle Bedürfnisse und Probleme erkennt und sein Geschäftsmodell danach ausrichtet, kann auch während der Corona-Krise erfolgreich sein.

Alle Infos rund ums Gründen und Selbstständig machen finden Sie in unserem Wissensbereich. Wir drücken die Daumen – und beraten Sie gern, sobald es um Ihre Versicherungen geht.

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