„Teil 2 Die nervige Geldfrage und wie sie meine Entscheidungen beeinflusst.“

24. Mai 2019 | Gründerstories | Gastautor: Leon Bucher

Nachdem ich nach meiner Reise die ersten Kontakte zu ehemaligen Unternehmen und Arbeitskontakten in Deutschland wieder aufgenommen hatte, wurde mir recht schnell klar, dass ich zumindest für ein großes deutsches Unternehmen direkt in Aufträge starten könnte. In den meisten Fällen war ich einfach nur vor Ort, um einen Kaffee zu trinken und über meine Reiseerlebnisse zu sprechen. Doch während des Gesprächs viel dann immer wieder die Frage „Wie können wir dich buchen?“. Es wurde Zeit, dass ich mir zu dieser Frage, konkrete Gedanken machte.


Die Qual der Wahl: Wie komme ich an Aufträge?

Als Selbstständiger habe ich für mich kurzfristig zwei Optionen gesehen. 

1) Direkt Einzelbeauftragungen mit den potenziellen Unternehmen abschließen.

  • Höhere Flexibilität und Selbständigkeit
  • Aktive Beschäftigung mit meinem Portfolio
  • Höhere Tagessätze, aber zähe Einkaufsverhandlungen

2) Über ein etabliertes Beratungsunternehmen vermittelt werden.

  • Vorhandener Rahmenvertrag mit Unternehmen, dadurch leichtere Buchbarkeit
  • Verlässlicher Vertragspartner, dadurch Risiko geringer
  • Prozentuale Vermittlungsgebühr je Beratertag

Vermittlungsgebühr bedeutet, dass für jeden Beratertag ein Prozentsatz bei dem Beratungsunternehmen bleibt. Die Höhe hängt dabei von der Firma und dem verhandelten Rahmenvertrag ab und bewegt sich meist zwischen 5-10%, was ich gehört habe. Zusätzlich werden bei Rahmenverträgen die Tagessätze auch noch einmal nach unten verhandelt. Eine knifflige Angelegenheit.

Als Vorteil habe ich also ganz klar die Chance, einen verlässlichen Vermittlungspartner zu gewinnen, über den ggf. weitere Aufträge generiert werden können. Das Risiko hierbei ist jedoch, einen geringeren Tagessatz zu erhalten.

Und da ist sie wieder, die nervige Geldfrage. Auf meiner Weltreise hat mich die Angst vor zu wenig Geld viel zu oft heimgesucht, mich teils fast gelähmt und daran gehindert, dass Hier und Jetzt zu genießen sowie in ruhigen Momenten eine sinnvolle Entscheidung für die Zukunft für mich zu treffen. Ich muss mir selbst immer wieder vorsagen: 

„Ich mache den Schritt zu Selbständigkeit nicht, um mehr Geld zu verdienen. Ich mache ihn, damit ich selbst darüber entscheiden kann, in welchem Feld und mit welchen Partnern ich zusammenarbeiten möchte.“ 

Geld ist tatsächlich das, um das ich mir am wenigsten Sorgen machen möchte; das, von dem ich mich nicht (ausschließlich) leiten lassen will. Da es zur Orientierung einfacher ist, eine Zahl schwarz auf weiß zu haben, habe ich mir einen persönlichen Finanzplan erstellt. Er zeigt mir meine monatlichen und jährlichen Ausgaben an fixen und variablen Kosten auf und sagt mir dadurch recht deutlich, was ich pro Monat mindestens verdienen muss, um zu gut zu leben. Ich habe darin alles erfasst, von geplanter Miete und Versicherungen, über Fitnessstudiobeiträge und Sparen für die nächste Reise. Das Gute: mein Lebensstandard ist nach der langen Rucksackreise mit wenig Hab und Gut deutlich geringer als zuvor. Das verrät mir das Ergebnis meines Finanzplans. Der Aufwand hat sich gelohnt. Diese Zahl nimmt mir eindeutig den Druck.

Und dann siegt doch das Bauchgefühl

Der Zufall will es, dass Stefan, mein guter Freund, mich spontan fragt, ob ich nicht zum Sommerfest der Beraterfirma, über die ich seit Tagen grübele, mitkommen möchte. Ich hatte bisher noch nicht die Gelegenheit gehabt, mich um einen Gespräch bei ihnen zu kümmern. „Sie würden sich sicher freuen und du kannst direkt deine Fragen und Sorgen loswerden.“ Also denke ich nicht länger nach und buche die Bustickets. Mein Bauch sagt, dass dies die richtige Entscheidung ist für den Start in dieses neue Arbeitsleben. Einen verlässlichen Partner zu haben, der mir ein paar der neuen Aufgaben und Herausforderungen abnimmt, bis ich mich selbst sicher genug fühle und auch Wege ganz allein einschlage.

Und was soll ich sagen? 

Ich habe mich dafür entschieden. Nach zwei guten Gesprächen und einem zustimmenden Bauchgefühl haben wir in der Folgewoche alle vertraglichen Notwendigkeiten abgestimmt und ich konnte mich den Anfragen von meinem alten Arbeitgeber zuwenden.

So plane ich meine Finanzen:
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Themenbereich: Gründerstories

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