Teil 1: Recherche - Die Entscheidung ist gefallen, aber was gehört eigentlich zum Selbstständig machen dazu?

26. April 2019 | Gründerstories | Gastautor: Leon Bucher

Fast 10 Jahre in einem Unternehmen. Und bereits seit 7 Jahren wollte ich mich selbstständig machen. Es hat mich lange Zeit gekostet und die Entscheidung, dass ich es tatsächlich machen werde, ist dann Anfang dieses Jahres in einem Café in Montreal gefallen. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits 7 Monate lang auf Reisen gewesen. Jetzt, da ich wieder in Deutschland bin, stellt sich für mich die Frage: Was bedeutet das eigentlich, sich selbstständig zu machen?


Wenn ich zurückdenke, dann war ich früher der typische kreative Chaot. Wobei das sicher viele über sich und ihre Teenagerjahre sagen würde. Ich habe viel ausprobiert und in den Tag hineingelebt. Ich stand immer gerne auf der Bühne und habe mit Menschen gearbeitet, aber als es darum ging, einen Beruf zu erlernen, war ich recht planlos und habe „etwas sicheres“ gewählt. BWL. Und bei meinem ersten Arbeitgeber habe ich dann schnell gelernt, dass ich ohne Struktur und Organisation, nur mit meinem kreativen Chaos, schnell untergehe. 9 ½ Jahre habe ich insgesamt in einem großen deutschen Konzern gearbeitet, viel gelernt über Prozesse, Projekte, Strategie, Führung und das Miteinander und vor allem, wie ich mich selbst und Themen organisiere und strukturiere. Fast jedes zweite Jahr habe die Stelle gewechselt, bis ich in der internen Unternehmensberatung für knapp 5 Jahre mein Zuhause gefunden hatte. Dort konnte ich mich einerseits ausprobieren und freier bewegen, andererseits kam mir und den Projekten meine erlernte Selbstorganisation zugute. 

Und diese Erfahrung ist es auch, die mir jetzt zu Gute kommt. Ich fange an, eine Liste zu führen. Darüber, was ich brauche, welche Themen mich künftig beschäftigen werden. Auf meinem Handy finde ich eine alte Notiz aus dem Jahr 2013, als ich beinahe schon einmal so weit war, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

Meine Liste wird länger und länger. Vor allem Stichworte stehen zunächst drauf. Fast 10 Jahre als Angestellter, in denen ich mir kaum Gedanken um Geld und Sicherheit machen musste, waren echt einfach im Vergleich. Und ich überlege, wo ich die Informationen und das Wissen herbekomme.

Gespräche & das Internet

Ein Telefonat mit einem sehr guten Freund, der schon seit 10 Jahren selbständig ist, und ein Chat mit meinem Bruder, der ebenfalls als Freelancer arbeitet, stehen weit oben.

Meine eigene Recherche führt mich auf Websites zum Thema Gründung, wie fuer-gruender.de, finanzchef24.de oder auch bundesfinanzministerium.de.

Mir rauchen die Ohren, als ich mich mit einer Freundin und ehemaligen Kommilitonin zusammensetze, die jetzt das Prüfungsamt Wirtschaftswissenschaften an einer deutschen Universität leitet, und ihr von meinen kleinen nervösen Schritten, Vorbereitungen und Unsicherheiten erzähle. „Weißt du, ich mache mir dir da überhaupt keine Gedanken. Du hast den Studiengang zwar nicht sonderlich gemocht, aber du hast nun mal BWL studiert. Aus den Jahren ist dir etwas hängengeblieben. Du verstehst jetzt viel schneller, was du benötigst und was wichtig ist. Du machst das schon.“
Irgendwie beruhigt mich das.

Bringe Struktur in das Chaos

Schließlich arbeite ich meine Liste Schritt für Schritt ab, lege Dokumente an mit Fragen, die sich mir stellen, und beantworte diese mit Antworten und Screenshots der besuchten Websites. 
Habe ich dabei eine bestimmte Reihenfolge? Hm, erst einmal nicht. Tatsächlich schaue ich darüber, was mir als dringlich erscheint – da schieben sich die Steuerthemen direkt in den Vordergrund - und was ich auch einfach anstoßen kann und auf eine Rückmeldung warten muss, wie z. B. die Termine mit Stefan und Max. 

„So viel Zeit wirst du nie wieder haben, um die Dinge richtig anzugehen und zu erkunden,“ ist einer der ersten Ratschläge, die Stefan mir geben wird.
Ich fange an, die Liste zu bearbeiten und merke, das ist nichts, was sich in einem oder zwei Tagen erledigen lässt. Wahrscheinlich lerne ich auf dem Weg auch noch das ein oder andere neue kennen. Und dann klingelt ja tatsächlich auch schon mal mein Telefon und die Frage einer ehemaligen Kollegin in meinem Ohr „Ab wann können wir dich denn nun buchen? Kannst du nächste Woche?“ 

Ich glaube, ich muss mich dann mal ranhalten.

Meine 1. Fragen-/ToDo-Liste inklusive Anmerkungen
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Themenbereich: Gründerstories

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