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Zwei Existenzgründer liegen entspannt auf dem Boden

Krankenversicherung für Existenzgründer

Die richtige Krankenversicherung ist für Existenzgründer essenziell, denn Ihre Arbeitskraft ist Ihr wertvollstes Gut. Je nach persönlicher Ausgangslage haben Sie die Möglichkeit, zwischen einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung zu wählen.

Autorinnen: Barbara Schweigert, Cynthia Henrich, Stand: 24.06.2016

Schwarz-Weiß-Aufnahme eines Stethoskops

Eine Krankenversicherung ist für Sie als Existenzgründer – wie für jeden anderen Bürger in Deutschland auch – verpflichtend. Die Entscheidung, ob Sie sich gesetzlich oder privat versichern, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wollen Sie sich gesetzlich versichern, müssen Sie zuvor bereits Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse gewesen sein. Existenzgründer, die diese Voraussetzung nicht erfüllen, müssen sich privat versichern.

Krankenversicherung für Existenzgründer: gesetzlich oder privat?

Folgende Faktoren sollten Sie berücksichtigen, bevor Sie sich für eine Form der Krankenversicherung entscheiden:

Eintrittsalter: Die Beitragssätze privater Krankenversicherungen sind altersabhängig. Je älter man bei Abschluss der Versicherung ist, desto höher fällt in der Regel der Beitrag aus. Doch auch für einen jungen, gesunden Existenzgründer kann eine private Krankenversicherung bisweilen teurer sein als eine gesetzliche Krankenversicherung.

In die Beiträge zur privaten Krankenversicherung sind im Gegensatz zu den Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung auch Beiträge zur Altersrückstellung miteingerechnet. Das heißt: Die Beiträge werden von Beginn an höher angesetzt, um für den höheren Anspruch im Alter vorzusorgen. So gewährleisten private Krankenkassen, dass der Beitrag im Alter nicht ins Unermessliche steigt. Es wird sozusagen ein Polster angespart.

Vorerkrankungen: Wenn Sie mit Vorerkrankungen zu kämpfen haben, wird der Beitragssatz für eine private Krankenversicherung höher ausfallen. Auch Leistungsausschlüsse gegen bestimmte Krankheitsbilder sind nicht selten. Bei erheblichen Vorerkrankungen kann es sogar sein, dass Sie von keiner privaten Krankenversicherung aufgenommen werden. Sind Sie gesund, können Sie mit niedrigeren Tarifen einsteigen.

Familie: In der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es die Möglichkeit, die eigene Familie kostenfrei mitzuversichern. Sind Sie privat versichert, müssen Sie für Familienmitglieder zusätzliche Beiträge zahlen.

Leistungen: Welche Leistungen die gesetzliche Krankenversicherung erbringt, ist im Fünften Buch des Sozialgesetzbuchs festgelegt. Hier tun sich in mehreren Bereichen finanzielle Versorgungslücken auf, zum Beispiel bei Wahlleistungen im Krankenhaus. Diese können Sie mit einer privaten Zusatzversicherung schließen, die extra kosten.

Hingegen können Sie als privat Krankenversicherter direkt aus verschiedenen Tarifen wählen, die unterschiedlich leistungsstark sind. Ein hochwertiger privater Tarif übernimmt viele Leistungen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht inkludiert sind. Ein höherer Umfang wirkt sich auf die Beitragshöhe aus. Hier besteht jedoch die Möglichkeit, durch die Vereinbarung eines Selbstbehalts den Beitrag auch von hochwertigen Tarifen entsprechend zu senken.

Beitragskalkulation: Gesetzliche Krankenkassen folgen dem Prinzip, die Höhe der Beiträge am Einkommen des Versicherten zu orientieren: Sie erheben einen allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent der Bruttoeinnahmen. Während die Arbeitgeber für ihre Angestellten die Hälfe davon übernehmen, zahlen Selbstständige für die gesetzliche Krankenversicherung den vollen Beitrag. Das gilt auch für den Zusatzbeitrag, den die Krankenkassen seit Jahresbeginn 2015 frei festlegen können.

Somit hat eine gesetzliche Krankenversicherung für Existenzgründer den Vorteil, dass sich die monatlichen Zahlungen verringern, sollte das Einkommen in der Anfangsphase noch niedrig sein oder später zeitweilig sinken. Außerdem bieten die Krankenversicherer in der Regel an, dass sich Existenzgründer günstiger gesetzlich versichern können, wenn sie einen Gründungszuschuss von der Bundesagentur für Arbeit oder Einstiegsgeld bekommen und über ein geringes Einkommen verfügen.

Hier können Sie die aktuellen Beitragssätze mit Beispielrechnungen als PDF [339 KB] herunterladen: Krankenkassenbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen 2016

Im Gegensatz dazu sind die Beiträge privater Versicherungen in der Regel einkommensunabhängig. Jedoch sind private Versicherer seit 2009 dazu verpflichtet, einen sogenannten Basistarif anzubieten, der den Kosten und Leistungen einer gesetzlichen Krankenversicherung entspricht. Außerdem besteht in diesem Tarif eine Aufnahmepflicht für Neukunden – und das ohne vorherige Prüfung des Gesundheitszustands. Abgesehen von diesem Basistarif können Sie auch einen bestimmten Leistungsumfang definieren und damit den Beitrag regulieren.

Tipp von Finanzchef24 in Grün

Egal für welches System der Krankenversicherung Sie sich als Existenzgründer entscheiden – der Schritt muss wohl überlegt sein. Denn häufig ist ein späterer Wechsel zwischen privater und gesetzlicher Versicherung nicht mehr möglich.

Risiko Krankheit und Unfall – weitere wichtige Versicherungen für Existenzgründer:

Neben einer Krankenversicherung für Sie als Existenzgründer, sollten Sie sich auch um weitere Versicherungen kümmern, um Ihre persönlichen Risiken abzusichern.

  • Krankentagegeld: Wenn Sie längerfristig erkranken und nicht arbeiten können, geraten Sie womöglich in einen finanziellen Engpass. Deshalb wird dringend empfohlen, neben einer Krankenversicherung für Existenzgründer auch eine Krankentagegeldversicherung abzuschließen.
  • Unfallversicherung: Erkundigen Sie sich bei Ihrer Berufsgenossenschaft, ob Sie als Existenzgründer in Ihrer Branche gesetzlich unfallversichert sind. Weitere Informationen zur gesetzlichen Unfallversicherung finden Sie auf der Seite der DGUV. Trifft dies für Sie nicht zu, ist eine freiwillige Versicherung ratsam. In beiden Fällen sind jedoch nur solche Unfälle versichert, die auf dem Arbeitsweg oder während der beruflichen Tätigkeit passieren. Nur eine private Unfallversicherung schützt Sie als Jungunternehmer umfassend, wenn Sie einen Unfall im privaten Bereich erleiden.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Eine Krankheit oder ein Unfall kann auch zur Folge haben, dass Sie Ihrem Beruf nicht mehr nachgehen können. Das kann das vorzeitige Ende Ihrer Existenzgründung oder Selbstständigkeit bedeuten. Sorgen Sie mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung für den Ernstfall vor.

Beratung durch die Finanzchef24-Experten

Sie haben Fragen zum Thema Krankenversicherungen? Unsere Privatvorsorge-Experten von Finanzchef24 sind gerne für Sie da. Füllen Sie dazu einfach unser Kontaktformular aus. Wir rufen Sie so schnell wie möglich zurück. Oder rufen Sie uns an unter der Telefonnummer 089 716 772 850089 716 772 850. Der kostenfreie Beratungsservice steht Ihnen von Montag bis Sonntag, 8 bis 18 Uhr zur Verfügung.

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