Mann am PC schließt eine Gewerbeversicherung ab

Versicherungssumme und Selbstbeteiligung bei Versicherungsverträgen

Was versteht man unter Versicherungssumme und was bedeutet Selbstbeteiligung bei gewerblichen sowie privaten Versicherungen? Der nachfolgende Artikel gibt Antwort und Empfehlungen, welche Höhe hier je nach Versicherung gewählt werden sollte.

Eine Frau benutzt Ihre Kreditkarte

1. Versicherungssumme

Die Versicherungssumme – auch Deckungssumme genannt – ist im Bereich der Gewerbeversicherungen der vereinbarte Betrag, den der jeweilige Versicherer bei einem Schaden höchstens übernimmt. In der Privatvorsorge, etwa bei Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen, stellt die Versicherungssumme den Betrag dar, der am Ende der Vertragslaufzeit beziehungsweise im Versicherungsfall (z. B. bei einer Berufsunfähigkeit) ausbezahlt wird. Die Höhe der Versicherungssumme wirkt sich in der Regel auf den Versicherungsbeitrag aus.

Je nach Art der Versicherung werden verschiedene Versicherungssummen empfohlen:

1.1 Empfohlene Versicherungssummen bei Gewerbeversicherungen

Deckungssumme bei der Betriebshaftpflicht: Die Höhe der Deckungssumme hat bei der betrieblichen Haftpflicht einen eher geringen Einfluss auf die Höhe des Versicherungsbeitrags. Deshalb empfehlen wir, dass Sie mindestens drei Millionen Euro für Personen- und Sachschäden wählen. 

Deckungssumme bei der Vermögensschadenhaftpflicht: Pauschale Empfehlungen sind unseriös. Denn die Höhe richtet sich nach folgenden zwei Faktoren und variiert entsprechend stark:

  • Die Höhe des Schadens, den Sie Ihrem Auftraggeber potenziell zufügen können
  • Die Größe des Unternehmens Ihres Auftraggebers

Außerdem gibt es bestimmte Berufsgruppen, die gesetzlich zum Abschluss einer Vermögensschadenhaftpflicht verpflichtet sind. In der Regel liegt hier die gesetzlich festgelegte Mindestdeckungssumme bei 250.000 Euro pro Schadensfall beziehungsweise 1.000.000 Euro pro Versicherungsjahr. Das ist zum Beispiel bei verkammerten Berufen wie dem Rechtsanwalt der Fall.

Deckungssumme bei der Inhaltsversicherung: Hier lässt sich ebenfalls keine pauschale Empfehlung aussprechen. Wir können Ihnen jedoch ganz konkret sagen, wie Sie die richtige Deckungssumme bestimmen. Denn: Im Schadensfall sollte Ihr gesamtes Inventar abgesichert sein:

  • Technische und kaufmännische Einrichtung
  • Eingelagerte Waren und Vorräte

Folglich sollten Sie die Versicherungssumme so wählen, dass sie den Neuwert Ihres Inventars abbildet – und die Gegenstände zu diesem wiederbeschafft werden können. Wichtig ist auch, dass Sie berücksichtigen, dass eventuell anfallende Baumaßnahmen (z. B. der Einbau eines Tresens in einer Bar) versichert sind. Unsere Empfehlung ist deshalb, dass Sie die Deckungssumme 10 Prozent höher als den tatsächlichen Wert ansetzen. So vermeiden Sie in jedem Fall eine mögliche Unterversicherung.

Finanzchef24-Tipp in Blau

Um die empfohlene Versicherungssumme für Ihre individuelle Betriebsart herauszufinden, nutzen Sie unseren Online-Rechner für Gewerbeversicherungen. Er listet Ihnen alle Angebote unserer Partner mit verschiedenen Deckungssummen übersichtlich auf und weist neben dem Preis-Leistungs-Sieger, auch die beste Leistung sowie den günstigsten Tarif aus. Sie sind Existenzgründer? Dann können Sie von Gründerrabatten von bis zu 50 Prozent profitieren.

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1.2 Empfohlene Versicherungssummen bei der Privatvorsorge

In der Privatvorsorgen lassen sich deutlich schwieriger pauschale Aussagen über die empfohlene Höhe der jeweiligen Versicherung treffen. Nachfolgend erklären wir beispielhaft, wie die Versicherungssumme der privaten Unfallversicherung sowie der Berufsunfähigkeitsversicherung festgelegt werden sollte.

Beispiel Private Unfallversicherung: Die empfohlene Versicherungssumme der privaten Unfallversicherung orientiert sich in der Regel an Ihrem Alter und Einkommen. So sollte beispielsweise ein 30-jähriger Selbstständiger das Sechsfache seines Bruttojahreseinkommens veranschlagen, ein 50-jähriger das Vierfache.

Beispiel Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Die Höhe der Versicherungssumme der BU hängt davon ab, wie hoch die monatliche Rente ausfallen soll, die Sie im Fall einer Berufsunfähigkeit erhalten. Dabei sollten Sie sich an Ihrem Nettoeinkommen orientieren und wenigstens 50 Prozent davon veranschlagen – mindestens jedoch 1000 Euro. Welche Versicherungssumme vereinbart werden muss, um die gewünschte Rentenhöhe zu erhalten, hängt von vielen Faktoren ab: unter anderem dem Versicherer, Ihrem Alter bei Abschluss der Versicherung sowie Ihrer Berufsgruppe.

2. Selbstbeteiligung

Die Selbstbeteiligung – auch Selbstbehalt genannt – legt fest, welche Summe Sie im Falle eines Schadens selbst bezahlen müssen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich beim Abschluss einer Versicherung genau überlegen, ob sich eine solche Vereinbarung lohnt – auch wenn dadurch Ihre Versicherungsbeiträge niedriger ausfallen. 

Beispiel: Sie haben eine Elektronikversicherung abgeschlossen und einen Selbstbehalt von 500 Euro vereinbart. Wenn Sie nun beispielsweise Kaffee über Ihren Laptop schütten und der entstandene Schaden 500 Euro beträgt, muss die Versicherung nicht leisten. Für die 500 Euro müssen Sie selbst aufkommen. Sie sollten sich darüber Gedanken machen, ob Ihnen auch die Absicherung von kleinen Schäden wichtig ist oder Sie die Versicherung für Großschäden benötigen, um Ihre Existenz zu sichern.

Autorin: Cynthia Henrich, Stand 13.02.2018

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