Junger Mann im Rollstuhl, abgesichert durch die Berufsunfähigkeitsversicherung

Berufsunfähigkeits­versicherung für Selbstständige

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (kurz BU) zählt zu den wichtigsten Versicherungen – insbesondere für Sie als Selbstständigen. Denn: Ihre Arbeitskraft ist Ihr Kapital. Sollte eine Krankheit, ein Unfall oder eine Allergie dazu führen, dass Sie nicht mehr in Ihrem Beruf arbeiten können, kann Sie das in Existenznot bringen. Wir liefern Ihnen die wichtigsten Eckdaten zur Berufsunfähigkeitsversicherung und geben Ihnen zusätzlich Tipps, worauf Sie achten sollten, bevor Sie sich für eine Versicherung entscheiden.

Ein Mann ist bei einem Psychologen in Behandlung

Warum ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung so wichtig?

Staatliche Leistungen sind im Falle einer Berufsunfähigkeit gering. Alle, die nach 1961 geboren sind, erhalten häufig gar keine Zahlungen. Das gilt auch für Sie als Selbstständigen. Denn eine Erwerbsminderungsrente wird meist nur an diejenigen ausgezahlt, die innerhalb der fünf Jahre vor der Erwerbsminderung drei Jahre Pflichtbeiträge in die Rentenkasse eingezahlt haben. Als Gewerbetreibender oder Freiberufler fallen Sie häufig raus, außer, Sie haben sich bei der Altersvorsorge für eine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung entschieden. Doch auch dann sind die Leistungen oft nicht ausreichend, um den Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Deshalb sollten Sie sich umso dringender mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung befassen.

Was leistet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt Ihnen eine monatliche Rente, wenn Sie Ihren Beruf aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls längerfristig nicht mehr ausüben können. Wie hoch diese monatliche Zahlung ausfällt, können Sie individuell mit dem Versicherer vereinbaren. Im besten Fall richtet sie sich nach der Höhe Ihrer monatlichen Ausgaben abzüglich aller Einkünfte, die nicht aus Ihrer Arbeit stammen. Sollten Sie die Versicherung nicht in Anspruch nehmen müssen, endet die Vertragslaufzeit in der Regel mit dem Eintritt in das Rentenalter – bei den meisten Menschen heute also mit dem 67. Lebensjahr. Nachteil: Sollten Sie die BU nicht in Anspruch nehmen müssen, verfällt in der Regel das eingezahlte Geld. 

Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung werden die Kosten von verschiedenen Faktoren beeinflusst:

  • der Höhe der vereinbarten Berufsunfähigkeitsrente
  • der Laufzeit der BU
  • Ihrem Alter
  • Ihrem Beruf
  • Ihrem Gesundheitszustand

Grundsätzlich gilt: Je jünger und je gesünder Sie beim Abschluss Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung sind, desto günstiger sind Ihre Beiträge. Außerdem spielt Ihre berufliche Tätigkeit eine Rolle. Bei einigen Berufen, zum Beispiel, wenn Sie als Handwerker tätig sind, liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Arbeitsunfähigkeit deutlich höher als bei anderen. Zudem variieren die Beiträge von Versicherer zu Versicherer. Deshalb sollten Sie sich verschiedene Angebote einholen – zum Beispiel über den Vergleich von biallo.de – und sich beraten lassen, bevor Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Hinweis: Prüfen Sie die Verträge gründlich. Möglicherweise sind Sonderklauseln enthalten, die Sie beispielsweise dazu verpflichten, Ihre Tätigkeit umzugestalten, so dass Sie weiterhin arbeiten können. In so einem Fall müsste die Versicherung (vorerst) keine Berufsunfähigkeitsrente bezahlen. Die Cosmos Direkt sowie die Hannnoversche beispielsweise werben damit, auf solche Klauseln zu verzichten.

Antrag BU: Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten!

Es ist absolut erforderlich, dass Sie die Gesundheitsfragen im Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung vollständig und wahrheitsgemäß beantworten. Denn der Versicherer wird im Falle einer Berufsunfähigkeit überprüfen, ob bei Antragstellung alle Angaben richtig waren. Sollten diese lückenhaft oder falsch gewesen sein, tritt die Berufsunfähigkeitsversicherung womöglich nicht in Leistung. Außerdem darf der Versicherer Ihren Vertrag in so einem Fall fristlos kündigen.

Autorin: Cynthia Henrich, Stand 15.02.2018