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Selbstständige, die in Gesetzestexten nachlesen, ob sie sich pflichtversichern müssen für ihren Beruf.

Pflichtversicherungen für Selbstständige: Diese Regelungen gelten für bestimmte Berufe

In Deutschland ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass jede Person krankenversichert sein muss. Alle Autobesitzer sind verpflichtet, eine Kfz-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Und das ist noch nicht alles! Eine Versicherungspflicht besteht mitunter auch für Selbstständige und solche, die es werden möchten. Für welche gängigen Berufe welche Gewerbeversicherungen Pflicht sind, finden Sie hier aufgelistet und erklärt.

Autorin: Barbara Schweigert, Stand: 21.03.2016

Junge Unternehmer lächeln in die Kamera

Ob und welche Versicherung Sie als Gewerbetreibender oder Freiberufler abschließen müssen, können Sie in der Regel in den entsprechenden Gesetzestexten konkret nachlesen. Zudem informieren Sie die Berufsordnungen der Berufsverbände beziehungsweise -kammern sowie die jeweilige Gewerbeordnung Ihrer Berufsgruppe, ob Sie zum Abschluss einer bestimmten Versicherung verpflichtet sind. Hier ein Überblick über wichtige Regelungen:

1. Pflichtversicherung für Selbstständige in heilenden Berufen

Für bestimmte Berufe des Heilwesens ist eine Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben, die bei Personenschäden und Sachschäden einspringt. Genauer gesagt, besteht nach dem Kammergesetz für Heilberufe eine Versicherungspflicht für

2. Pflichtversicherung für Selbstständige in planenden Berufen

Auch für bestimmte planende Berufe ist eine Haftpflichtversicherung bei Personen- und Sachschäden gesetzlich oder durch die jeweiligen Landeskammern vorgeschrieben. Dies betrifft die Berufe

3. Pflichtversicherung für Selbstständige in beratenden Berufen

Für bestimmte  beratende Berufe ist hingegen eine Haftpflichtversicherung bei echten Vermögensschäden entweder per Gesetz festgeschrieben oder durch die jeweiligen Landeskammern vorgeschrieben. Es handelt sich um

Arbeiten Sie als

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sind auch Sie zur Absicherung gegen echte Vermögensschäden gesetztlich verpflichtet. Haben Sie Fragen oder wünschen Beratung? Unsere Versicherungsexperten stehen Ihnen von Montag bis Sonntag zur Verfügung. Rufen Sie uns dazu unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 24 24 7890800 24 24 789 an. Alternativ können Sie uns via Live-Chat kontaktieren oder Sie füllen ganz einfach unser Kontaktformular aus.

Gut zu wissen in Grün

Die jüngste Regelung zur Pflichtversicherung für selbstständige Berater betrifft Immobilienkreditvermittler: Zum 21. März 2016 tritt in Kraft, dass Selbstständige in dieser Berufsgruppe verpflichtet sind, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen. Auch präzise Versicherungssummen sind vorgegeben – mindestens 460.000 Euro pro Schadensfall im Kalenderjahr müssen abgesichert sein.

3. Sonderfälle und Pflichtversicherungen für weitere Berufsgruppen

  • Frachtführer: Frachtführerversicherung – Gemäß Gesetz haften Sie als Frachtführer für Schäden, die an von Ihnen beförderten Waren entstehen. Somit ist die Versicherung obligatorisch, wenn Sie als Selbstständiger Waren für Dritte per Liefer- oder Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen oder mehr transportieren.
  • Reiseveranstalter: Insolvenzversicherung für Reiseveranstalter – Das Bürgerliche Gesetzbuch legt fest, dass Ihre Kunden bei Insolvenz Ihre Unternehmens keinen finanziellen Schaden erleiden dürfen. Somit ist die Versicherung für Sie verpflichtend.
  • Securities: Betriebshaftpflicht für Wach- und Sicherheitsdienste - Die Bewachungsverordnung schreibt Selbstständigen in diesem Gewerbe eine Haftpflicht als Pflicht vor.

Was ist zu den Pflichtversicherungs-Gesetzen für Selbstständige zu beachten?

Lesen Sie die Regelwerke genau, die für Ihre selbstständige Tätigkeit gelten. Denn:

  • Die Gesetze sind entweder bundes- oder landesweit gültig. Somit können die Vorschriften zur Pflichtversicherung auch von Bundesland zu Bundesland variieren – beispielsweise gibt es für Architekten und Ingenieure erhebliche Unterschiede zwischen der bayerischen und der sächsischen Regelung zur Pflichtversicherung.
  • Die Pflicht, eine Versicherung abzuschließen, betrifft einen Gewerbetreibenden oder Freiberufler zum Teil auch nur, wenn er bestimmte Tätigkeiten ausführt. Ein Beispiel: Sind Sie Hebamme und leisten Geburtshilfe, müssen Sie eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Beschränkt sich Ihre Tätigkeit auf die Zeit vor und nach der Entbindung, ist der Abschluss einer Hebammen-Haftpflicht dringend zu empfehlen, aber nicht per Gesetz verpflichtend.
  • Besteht für Ihren Beruf eine Versicherungspflicht, so handelt es sich häufig um eine Berufs- oder Betriebshaftpflichtversicherung, die abzuschließen ist. Diese Versicherungen greifen in unterschiedlichen Schadensfällen. Folglich ist wichtig, einen genauen Blick darauf zu werfen, welches Deckungskonzept der Pflichtversicherung vorgeschrieben ist.