SEO

Die 5 wichtigsten Rankingfaktoren: So optimieren Sie Ihre Website für Google & Co.

Ob im Berufs- oder Privatleben, Suchmaschinen nutzen wir nahezu ständig. Allein in 2016 wurden bei Google weltweit 3,3 Billionen Suchanfragen getätigt. Diese Zahl lässt erahnen, welche Chancen das Erscheinen in den Suchergebnissen für Ihr Unternehmen bietet. Doch damit Ihr Angebot auch von potentiellen Kunden gefunden wird, müssen Sie verstehen, wie Suchmaschinen funktionieren. Dieses Wissen können Sie dann bei Ihrer eigenen Website gezielt anwenden, um sie für Suchmaschinen zu optimieren und mit ihr zu relevanten Suchanfragen in den nicht bezahlten Suchergebnissen zu erscheinen. Und wir verraten Ihnen wie!

Unternehmer nutzt Suchmaschine per Touchscreen

Suchmaschinen: So funktionieren sie

Mit einem Marktanteil von 86,82% Prozent ist Google die führende Suchmaschine weltweit. Aus diesem Grund beziehen sich die folgenden Empfehlungen auf die Google-Richtlinien. Diese gelten jedoch in der Regel auch für Suchmaschinen wie Bing oder Yahoo.

Google & Co. nutzen für ihre Suchmaschinen Computerprogramme, sogenannte Webcrawler. Ein Crawler (auch Bot oder Spider) durchsucht automatisch das World Wide Web nach Inhalten wie Webseiten. Hierbei hangelt der Crawler sich wie eine Spinne über externe und interne Hyperlinks von Seite zu Seite. Findet er Ihre Webseiten, zum Beispiel weil ein Geschäftspartner von seiner Website zu Ihrer verlinkt, speichert er die für ihn zugänglichen URLs Ihrer Website, scannt sie und wertet ihren gesamten Inhalt aus. Die Analyse dient Suchmaschinen dazu, Ihre Seiten thematisch einzuordnen und ihre Relevanz entsprechend der Suchbegriffe der Nutzer einzustufen und in den Suchergebnissen zu listen.

Die Relevanz einer Seite bemisst Google anhand von rund 200 Kriterien, den sogenannten Rankingfaktoren. Je relevanter Google eine Webseite anhand dieser für eine Suchanfrage einstuft, umso höher erscheint sie in den Suchergebnissen. Ihr persönliches Bestreben sollte es daher sein, die davon bekannten Faktoren bestmöglich zu beherzigen, um bei passenden Suchanfragen auf der ersten Seite möglichst weit oben zu erscheinen. Denn die Ergebnislisten sind oftmals sehr lang und den höchsten Anteil an Klicks verbuchen im organischen Bereich die ersten 3 Suchergebnisse für sich. Allein für den Suchbegriff „Gewerbeversicherung“ erhält man 437.000 Ergebnisse. Für „Mallorca Urlaub“ sind es sogar 12,4 Millionen.

Die Fragen, die Sie sich daher stellen sollten, lauten:

  • Haben meine Seiten einen eindeutigen thematischen Fokus?
  • Warum sollte der Nutzer auf meine Seiten gehen?
  • Erhält der Nutzer auf meinen Seiten das, was er sucht?
  • Bieten meine Seiten Mehrwert für die jeweiligen Suchanfragen?
  • Unterscheiden sich meine Seiten von anderen Seiten?
Gut zu wissen in Grün

Für Google steht der Nutzer (User) an erster Stelle. Denn wie auch Sie, möchte das Unternehmen erfolgreich sein und Geld verdienen. Es ist selbsterklärend, dass dies mit einem unzufriedenen Nutzer, wenn überhaupt, nur bedingt möglich ist. Ganz nach dem Motto: Alles was den User glücklich macht, macht Google – und folglich auch Sie als Unternehmer – glücklich.

Suchmaschinenoptimierung: Diese 5 Rankingfaktoren sollten Sie berücksichtigen

Unter Suchmaschinenoptimierung versteht man alle Maßnahmen, die dazu dienen, dass Webseiten in den unbezahlten Suchergebnissen möglichst weit oben erscheinen. Die folgenden fünf Rankingfaktoren sollten besondere Aufmerksamkeit von Ihnen erhalten, um Ihre Website suchmaschinen­freundlich zu gestalten und relevant für Google zu machen:

1. Markenbildung

Google misst starken Marken eine hohe Bedeutung bei und listet sie zum Teil häufiger und besser in den Suchergebnissen. Der Grund ist naheliegend: Marken besitzen Autorität, denn ihnen wird Aufmerksamkeit und Vertrauen entgegengebracht. Google kann hier auf eine Vielzahl von Signalen zurückgreifen, um starke Marken zu erkennen, wie zum Beispiel:

  • die Marke wird häufig gesucht - alleine oder in Verbindung mit dem Angebot
  • die Verlinkungen zur Website sind in Ihrer Qualität und Anzahl hoch
  • die Marke wird häufig bei Facebook & Co. erwähnt
  • die Klicks auf das Suchergebnis liegen über dem Durchschnitt, auch wenn es sich nicht unter den ersten drei Rankingpositionen befindet
  • die Marke ist häufig in der Presse vertreten
  • die Besucher gelangen von diversen anderen Quellen auf die Website
  • der Anteil wiederkehrender Kunden auf der Website ist hoch

Achten Sie von Anfang an auf den Aufbau einer unverwechselbaren Marke und der direkten Verbindung zu Ihrem Angebot. Ein gutes Beispiel ist hier die Marke Apple. Sie wird unwillkürlich mit dem iPhone in Verbindung gebracht. Mit Marke und Angebot sollten zudem positive Eigenschaften verbunden werden, beispielsweise einzigartiges Design, ausgezeichneter Kundenservice oder schnelle und kostenlose Lieferung. Vor allem heute, wo der Wettbewerb immer mehr zunimmt, zeigt sich die Macht der Marke noch deutlicher. Denn was nutzt Ihnen die schönste Website, wenn Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung austauschbar ist und Kunden jederzeit zu beliebigen anderen Anbietern gehen können. 

2. Nutzerfreundlichkeit

Besucher müssen sich auf Ihrer Website leicht zurechtfinden und sofort zu dem Thema gelangen können, für das sie sich interessieren. Denn auch Kennzahlen wie unter anderem die Absprungrate, Verweildauer und Seitenanzahl pro Sitzung nehmen Einfluss auf Ihre Rankings. Wichtig dabei ist, dass die erste Ebene Ihrer Website immer die Startseite ist und die von hier über die Navigation gesetzten Links zu den Hauptthemen oder -kategorien führen. 

Bauen Sie Ihre Website-Navigation logisch und selbsterklärend auf. Unabhängig davon, wo Nutzer und Crawler sich gerade auf Ihrer Website befinden, dürfen sie in keiner Sackgasse landen. Sie sollten abhängig vom jeweiligen „Aufenthaltsort“ immer möglichst themenbezogen weitergeführt werden und jederzeit schnell und einfach zurückfinden.

Zu einer guten Struktur gehört auch, dass der Suchmaschinen-Crawler jede von Ihnen veröffentlichte Seite Ihrer Website findet und diese, wenn von Ihnen gewünscht, auch in den Suchergebnissen listen kann.

3. Inhalt

Der Inhalt einer Webseite (Content) hat in den letzten Monaten an großer Bedeutung gewonnen. Nicht umsonst spricht man auch von Content Marketing. Denn: gute Inhalte überzeugen, halten den Besucher auf der Seite, lassen ihn wiederkehren und bestenfalls zum Kunden und Fan Ihrer Marke werden. Google bewertet diese Signale positiv und lässt sie in das Ranking einfließen.

Die Lösung ist also nicht, dem Leser möglichst viel Inhalt zu bieten, sondern Inhalt mit Mehrwert. Hier ist es sinnvoll, sich pro Seite auf ein Thema und eine Zielgruppe zu konzentrieren. Solche Seiten bezeichnet man auch als Landingpages. Hat ein User zum Beispiel "Betriebshaftpflicht vergleichen" als Suchphrase (Keyword) bei Google eingegeben, werden ihm in den Suchergebnissen Landingpages angezeigt, die ihn gezielt mit seinem Anliegen abholen und idealerweise eine Lösung bieten. Die Lösung sollte im Mittelpunkt und ohne jegliche Ablenkung durch anderen Inhalte auf der Seite stehen, wie zum Beispiel auf unserer Webseite Betriebshaftpflichtversicherung

Um von Google als relevant eingestuft zu werden, ist es notwendig, dass sich sowohl der vom User gesuchte Begriff als auch Wörter, die in unmittelbarer Verbindung mit diesem Wort stehen (semantische Wolke), auf der Landingpage befinden. Folgendes wird unter anderem für das Hauptkeyword empfohlen:

  • sollte in der URL vorkommen
  • sollte im Title-Tag vorkommen
  • sollte in den Überschriften (h1, h2, h3) vorkommen
  • sollte im Text vorkommen
  • sollte im Alt-Text von Bildern vorkommen

Nichtdestotrotz sollte ein Text auch Quantität berücksichtigen. Denn um ein Thema überhaupt umfassend behandeln und genügend Informationen zu diesem liefern zu können, muss er eine gewisse Länge besitzen. Hier hat sich ein Text mit mind. 1.000 Zeichen beziehungsweise 300 Wörtern als Richtwert bewährt. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass ein längerer oder kürzerer Text schlecht ist und nicht rankt. Nennen Sie alles, was wichtig ist und zum Verständnis beiträgt, aber vermeiden Sie unnötiges Wiederholen und Ausschmücken.

Und unterschätzen Sie nicht die Macht eines soliden Fundaments: Auch wenn es für Sie offensichtlich erscheinen mag, aber achten Sie in jedem Fall auch auf eine korrekte Rechtschreibung und einen hochwertigen Schreibstil, der zu Ihrem Image passt. Zudem sind ein professioneller Aufbau, einzigartiger Inhalt, wie auch eine regelmäßige Überarbeitung und Aktualisierung der Inhalte wichtige Kriterien.

4. Verlinkungen

Webseiten anhand ihrer eingehenden Links bewerten - Googles Suchmaschine basierte am Anfang auf diesem einfachen Prinzip. Das bedeutet konkret: Seiten, die häufig von anderen Seiten verlinkt wurden, waren relevant und wurden in den Suchergebnissen gelistet. Leider hat das Wissen darum in den letzten Jahren zu Missbrauch geführt, indem massenhaft Links gekauft und dadurch die Ergebnisse verfälscht wurden. Google arbeitet seitdem kontinuierlich daran, solche Links zu erkennen und abzustrafen sowie die Suchmaschinenlogik so zu erweitern, dass die Bewertung der Relevanz einer Website anhand umfassenderer Kriterien erfolgt. Fazit: Links sind nach wie vor wichtig, sowohl externe als auch interne. Aber beachten Sie, dass auch hier Qualität vor Quantität geht. Nicht die Masse an Links macht‘s, sondern Links, die im Kontext zum Thema stehen und von hochwertigen Webseiten kommen. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass Links zu einer bestimmten Webseite den gleichen Anchortext besitzen. Denn sie verraten Google, um welches Thema es hier konkret geht und das sollte eindeutig für die Suchmaschine sein.

5. Technik

Auch die technische Komponente Ihrer Website ist ein entscheidender Faktor und gewinnt immer mehr an Bedeutung für das Ranking. Folgende Punkte sollten Sie in jedem Fall beachten:

Webstandard HTML5: Zur professionellen Programmierung Ihrer Website sollten Sie auf den offiziellen Webstandard setzen. Dies ist seit Ende 2014 HTML5 und bietet zahlreiche Vorteile. So ermöglicht Ihnen HTML5 neben einer sauberen Codierung, auch eine klarere Seitenstrukturierung. Unter anderem können Sie unterschiedliche Seiteninhalte wie zum Beispiel Navigation, Header, Footer und Überschriften mit einem eigenen HTML5-Element im Quellcode kennzeichnen, das Google beim Crawlen der Seite leichter auslesen und entsprechend gewichten kann. Eine Hauptnavigation hat zum Beispiel eine höhere Bedeutung als ein Footer. Des Weiteren können Sie mit HTML5 den Inhalt (HTML) und das Design (CSS) einer Website voneinander trennen. Einerseits erzeugen Sie so einen schlankeren Code, was Google positiv bewertet. Zum anderen stellen Sie ein seitenübergreifendes einheitliches Design sicher, was zu einem positiveren Nutzererlebnis führt. Dies wird sich in der Regel in Ihren Kennzahlen wiederspiegeln, die ebenfalls Einfluss auf Ihr Ranking nehmen können. Hierzu zählt zum Beispiel die Verweildauer auf Ihrer Website. Außerdem sparen Sie sich Zeit und Nerven, wenn Sie Änderungen an Ihrer Website vornehmen möchten. Ferner lässt sich mit HTML5 ein für alle Endgeräte optimiertes Design (Responsive Design) umsetzen.

Responsive Webdesign: Immer mehr Menschen nutzen heute zum Surfen mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets. Wenn Sie Ihre Website ausschließlich für einen Desktop konzipieren (lassen), riskieren Sie, dass sie auf mobilen Endgeräten aufgrund kleinerer Displays schlecht lesbar ist und Besucher schnell abspringen. Deshalb sollten Sie auch bei diesen Geräten gewährleisten, dass Ihre Website dem Nutzer korrekt angezeigt wird und er alle Funktionen vollständig nutzen kann. Das lässt sich mit einem responsiven Design lösen. Es passt die Darstellung der Website an das jeweilige Format vom Endgerät des Nutzers an. Die Anbieter von Website-Baukästen stellen Vorlagen bereit, die in der Regel automatisch „responsive“ sind.

HTTPS: HTTPS ist im Gegensatz zu HTTP ein sicheres Kommunikationsprotokoll. Durch Verschlüsselung und Authentifizierung verhindert es, dass Daten im World Wide Web abgefangen werden können. HTTPS ist nicht umsonst, allerdings lohnt sich die Investition doppelt. Sowohl zum Schutz Ihrer User und deren Daten, als auch zu Ihrem eigenen. Denn: Google kennzeichnet HTTP-Websites im Chrome-Browser beim Laden als nicht sicher. Es ist selbsterklärend, welche Auswirkung das auf die Besucherzahl Ihrer Website hat. Google bevorzugt darüber hinaus HTTPS-Seiten in den Suchergebnissen. Um HTTPS kommen Sie also nicht mehr herum!

Ladezeit: Eine lange Ladezeit löst eine negative Erfahrung beim Nutzer aus und führt dazu, dass er die Website binnen weniger Sekunden wieder verlässt. Achten Sie deshalb unter anderem auf diese Punkte, um die Ladezeit Ihrer Website möglichst gering zu halten:

  • Wenden Sie das Minimalprinzip an, sprich „so viel wie nötig und so wenig wie möglich“, denn je mehr geladen werden muss, umso länger dauert der Seitenaufbau durch den Browser
  • Setzen Sie kurzen und sauberen Quellcode ein
  • Verwenden Sie, wenn möglich, CSS für grafische Elemente anstatt Bilder
  • Setzen Sie nur web-optimierte Bilder, Videos und Dokumente auf Ihrer Website ein
  • Cachen Sie Dateien, so dass diese nicht ständig neu geladen werden müssen
  • Lagern Sie CSS und JavaScript-Dateien aus, so dass diese parallel zu HTML geladen werden können
  • Platzieren Sie ausgelagerte CSS-Dateien im Header, JavaScript-Dateien am Ende vom Body, da Letztere dann zum Schluss geladen und vorher schon Websiteinhalte sichtbar werden können
  • Minimieren Sie HTML, CSS- und JavaScript-Dateien durch Entfernung von unnötigen Zeichen (inklusive Leerzeichen)

Mit Google Pagespeed können Sie die Ladezeit Ihrer Website prüfen. Google gibt Ihnen zudem Handlungsempfehlungen, sollte die Ladezeit zu lang sein.

Gut zu wissen in Grün

Noch 2 wichtige Hinweise zum Schluss
Die Suchmaschinenoptimierung umfasst viele miteinander in Wechselbeziehung stehende Bereiche und betrifft somit den gesamten Webaufritt! Jede Änderung nimmt Einfluss auf Ihre Website-Leistung sowie das Ranking in den Suchmaschinenergebnissen.

Suchmaschinenoptimierung beeinflusst allerdings nur die Ergebnisse der organischen Suche, nicht die bezahlten oder "gesponserten” Anzeigen. Sollten Sie sich auch für Suchmaschinenwerbung (SEA) interessieren, finden Sie hier unseren Leitfaden Google AdWords für Gründer (PDF).

Autorin: Katja Wiener, Stand: 17.08.2017