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Gründerin macht sich Gedanken darüber, welches Leitbild ihr Unternehmen haben soll

Unternehmensleitbild: Eine Kurzanleitung für Gründer

Um ein Unternehmensleitbild zu formulieren, sind nicht nur Gedankenspiele notwendig. Wenn Sie ein Unternehmen gründen, sollten Sie über die Geschäftsidee hinaus auch eine Vision für die Tätigkeiten Ihres Start-ups entwickeln: Das große Ganze im Blick zu haben, ist eine sinnvolle Investition in die Zukunft. Doch was genau ist ein Unternehmensleitbild?

Autorin: Barbara Schweigert, Stand: 16.05.2016

Unternehmer hält Kompass, symbolisch für die Richtung, die sein Unternehmensleitbild nehmen soll

Zum Potenzial des Unternehmensleitbilds

Mit einem Unternehmensleitbild geben Sie Ihrem Start-up eine strategische Orientierung: Schriftlich formulieren Sie das Selbstverständnis und die Grundprinzipien Ihrer Geschäftstätigkeit.

Somit prägt das Unternehmensleitbild einerseits die Corporate Identity, also die Identität Ihres Start-ups. Andererseits dient die festgeschriebene Unternehmensvision als Ausgangspunkt und Zieldefinition: Sie beschreibt, wohin die Reise nach der Existenzgründung gehen und wie der Weg zum Ziel beschritten werden soll.

Meist werden dafür die ersten fünf bis zehn Jahre ins Visier genommen. Indem Sie für Ihr Jungunternehmen diese Überlegungen zur geplanten Entwicklung anstellen, entwickeln Sie für sich selbst und Ihre Mitarbeiter einen Leitfaden für alle unternehmerischen Handlungen. Wenn Ihr Start-up von seinem Weg abkommt, können Sie es durch den Abgleich mit dem Unternehmensleitbild zurückführen.

Zusammenfassend bietet ein Unternehmensleitbild ein gefestigtes Grundgerüst für Ihr Unternehmen. Doch die Entwicklung einer stringenten Vision für ein Jungunternehmen kann viel Zeit und Energie in Anspruch nehmen.

Zur Entwicklung des Unternehmensleitbilds

In das Unternehmensleitbild münden die vielen Gedankenstränge, die Sie mit der Geschäftsidee begonnen haben und in der Unternehmensführung umsetzen. Nun gilt es, in klaren Aussagen die wichtigsten Zusammenhänge zu beschreiben und daraus abstrakte Leitsätze abzuleiten. Wenn Sie für Ihr Unternehmen das Leitbild erstellen wollen, können Sie sich an folgenden Punkten orientieren:

  • In einem Leitmotto umschreiben Sie Ihr Start-up mit einem prägnanten Halbsatz.
  • In der Präambel des Leitbildes steht das Leitmotiv im Zentrum. An dieser Stelle kann die Entstehungsgeschichte Ihrer Existenzgründung Platz finden. Insbesondere soll aus den Passagen die Unternehmensmission hervorgehen: Sie erklären hier den Sinn beziehungsweise den Nutzen Ihres Start-ups. So drückt sich in der Unternehmensmission aus, was das Unternehmen für den Kunden leisten kann.
    Eine SWOT-Analyse liefert Ihnen dafür wichtige Erkenntnisse. Aus den Stärken und Schwächen Ihres Start-ups auf dem Markt können Sie für das Unternehmensleitbild das wirtschaftliche Umfeld, die Zielgruppen und Kunden formulieren.
  • In mehreren Leitsätzen erläutern Sie jeweils in ein bis zwei Sätzen die Werte und Erfolgskriterien Ihres Start-ups. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Unternehmensvision: In den Aussagen beschreiben Sie den idealen Zustand Ihres Start-ups in der Zukunft und die Unternehmensziele, die über bestimmte Strategien erreicht werden sollen. Hierbei sollten Sie darauf achten, dass Sie ehrliche und zukunftsweisende Angaben machen:

Wie sich die Elemente gliedern und ausformulieren lassen, können Sie zum Beispiel im Leitbild des Deutschen Caritasverbands, im Unternehmensleitbild der HUK-COBURG [PDF|403 KB] oder im Unternehmensleitbild von Studiosus nachlesen.

Für die Gestaltung des Unternehmensleitbilds sollten Sie aus Ihren Mitarbeitern einen Verantwortlichen ernennen beziehungsweise ein Team zusammenstellen. Betrauen Sie diese Personen mit dem Projekt und stellen Sie ihnen dafür Arbeitszeit zur Verfügung.

Hinweis von unseren Experten in Grün

Es empfiehlt sich, alle Mitarbeiter Ihres Start-ups in einzelnen Stufen der Visionsbildung einzubeziehen. Wenn sich die Beschäftigten an der Formulierung von gemeinsamen Werten und Zielen beteiligen können, wirkt das motivierend für die künftigen Tätigkeiten. So können Sie Gliederungspunkte für die Leitsätze vorgeben und die Ideen aus Projektgruppen der Mitarbeiter aufnehmen.

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