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Gruppe junger Menschen symbolisch für das Thema Recruiting

Recruiting für Start-ups

Ein Unternehmen lebt von seinen Mitarbeitern – so ist das Recruiting von qualifizierten und engagierten Beschäftigten eine wichtige Etappe der Existenzgründung. Wie Sie bereits zu Beginn das passende Personal für die Umsetzung Ihrer Geschäftsidee finden, erfahren Sie hier.

Autorin: Barbara Schweigert, Stand: 24.05.2016

Geschäftsführer eines Start-ups begrüsst eine junge Bewerberin in seinem Büro zum Vorstellungsgespräch.

Als Arbeitgeber haben Sie die Qual der Wahl, vor allem wenn es um die Erstbesetzung von Stellen in Ihrem neu gegründeten Unternehmen geht. Denn zu Anfang fehlt in einem Start-up eine Abteilung, die die Personalbeschaffung auf professioneller Basis übernimmt. Auch gestaltet sich die Suche von neuen Mitarbeitern für Existenzgründer oft schwieriger als für etablierte Arbeitgeber.

Recruiting-Schritt 1: Die Suche nach Bewerbern angehen

Wenn Sie das Recruiting Ihrer künftigen Mitarbeiter selbst in die Hand nehmen wollen, sollten Sie sich über folgende Punkte klar werden: Zunächst steht die Entscheidung an, wie viel Personal Sie für Ihre Existenzgründung benötigen. Auch sollten Sie abwägen, welche Qualifizierung die Beschäftigten mitbringen müssen.

Beantworten Sie für sich die folgende Frage: Passt aus fachlicher Sicht ein Allrounder oder ein Spezialist besser auf die Anforderungen, die in Ihrem Start-up zu bewältigen sind? Doch nicht nur der berufliche oder schulische Abschluss ist ein entscheidendes Kriterium in der Mitarbeitersuche. Sondern auch die Persönlichkeit und sozialen Kompetenzen von neuen Kollegen, wie ihre Teamfähigkeit, Flexibilität und Kreativität, können ein junges Unternehmen voranbringen.

Recruiting-Schritt 2: Die Stellenausschreibung verbreiten

Wie das Profil Ihrer Mitarbeiter auch aussehen soll – über den Karriere-Bereich auf Ihrer eigenen Website und über Social-Media-Kanäle können Sie aktiv Ihre Personalsuche betreiben. Für das sogenannte Social Recruiting eignen sich Plattformen wie Xing oder LinkedIn, aber auch Facebook oder Google+. Hierfür empfiehlt es sich, dass Sie auf ausgewählten Kanälen aktiv Ihr eigenes Profil und Ihre Kontakte pflegen. So können Sie sich ein Recruiting-Netzwerk aufbauen, dort Ihre Stellenanzeigen kommunizieren und direkt mit passenden Kandidaten in Kontakt treten.

Ebenso lassen sich private Beziehungen und Geschäftskontakte für das Recruiting nutzen. Fragen Sie in Ihrem Umfeld nach – oftmals kann ein Bekannter oder Kollege Ihr Gesuch streuen, einen potenziellen Bewerber ansprechen oder empfehlen. Und das in der Regel kostenfrei. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, Ihre Ausschreibungen über Zeitungsinserate zu verbreiten oder Absolventen über öffentliche Aushänge in Schulen und Universitäten zu erreichen.

Auch auf Stellenportalen im Internet können Sie Ihre freien Stellenangebote veröffentlichen und das Recruiting für Ihr Start-up voranbringen. Diese Dienstleistung ist auf vereinzelten Websites kostenfrei wie zum Beispiel auf der Jobbörse der Arbeitsagentur. Auf anderen reichweitenstarken Online-Plattformen liegen die Ausgaben bei durchschnittlich 700 Euro pro Anzeige mit einer durchschnittlichen Laufzeit von einem Monat. Eine private Personalvermittlung oder ein Headhunter unterstützt Sie ebenso kostenpflichtig bei der Personalbeschaffung. Dies macht vor allem bei der Suche nach Führungspositionen Sinn.

Tipp von Finanzchef24 in Grün

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Recruiting-Schritt 3: Die Auswahl der Mitarbeiter vornehmen

Nach Bewerbungsschluss geht die Personalsuche in die nächste Runde. Aus den Interessenten müssen Sie die geeigneten Mitarbeiter auswählen. Folgende Informationen lassen sich für das Recruiting aus den eingesendeten Bewerbungsunterlagen schöpfen:

  • Aus dem Anschreiben lässt sich ablesen, mit welchen Argumenten der Absender für sich wirbt. Hier ist vor allem entscheidend, aus welchen Gründen sich die Person bei Ihrem Unternehmen bewirbt.
  • Der Lebenslauf gibt Aufschluss über die bisherigen Arbeitsstellen und Qualifikationen. Achten Sie an dieser Stelle des Personalrecruitings darauf, ob sich Lücken in der Auflistung von Tätigkeiten befinden oder sich besondere Fähigkeiten erkennen lassen.
  • Referenzen von Kunden und Kollegen und Zeugnisse von vorigen Arbeitgebern zeichnen ein Bild über die Leistungen eines Beschäftigten. Auch vage Andeutungen und einzelne Phrasen sind bedeutend. Ein Lob steckt zum Beispiel in folgender Referenz: „Mit der Arbeit waren wir stets äußerst zufrieden.“
  • Arbeitsproben belegen und zeigen die Fähigkeiten des Bewerbers in der Praxis. Zum Beispiel kann ein Praktikumstag die Entscheidung bei der Personalsuche erleichtern.
  • Um gute Mitarbeiter zu finden, ist es essenziell, ein Bewerbungsgespräch zu führen. Denn über ein direktes Gespräch gewinnen Sie einen Eindruck von der Persönlichkeit des Bewerbers und der Authentizität der Angaben. Legen Sie sich für dieses Treffen im Vorhinein Fragen fest. Diesen Leitfaden können Sie für spätere Recruitings ebenfalls nutzen.

Recruiting-Schritt 4: Die Arbeitsverträge aufsetzen

Bei der Personalsuche geben organisatorische und finanzielle Faktoren den Ausschlag dafür, wie Sie die Arbeitsverträge gestalten. Recherchieren Sie die Löhne und Gehälter, die auf dem Markt für die geplanten Stellen üblich sind. Wenn Sie neue Mitarbeiter einstellen, liegt es nahe, dies auf Voll- oder Teilzeitbasis zu tun. Allerdings übersteigen die Personalkosten möglicherweise das Gründungskapital Ihres Start-ups: Bezieht ein Beschäftigter zum Beispiel ein Bruttogehalt von 2.600 Euro im Monat, müssen Sie zu dieser Summe die Hälfte für die Lohnnebenkosten wie die Sozialversicherung dazurechnen.

Denken Sie deshalb auch an andere Anstellungsarten. Bewerber können als Midi-Jobber (Beschäftigte mit einem Gehalt von über 450 bis 850 Euro), Zeitarbeitnehmer, Auszubildende oder Volontäre rekrutiert werden. Außerdem können Sie Praktikanten, Aushilfen, geringfügig Beschäftigte (Minijobber bis 450 Euro) oder freie Mitarbeiter einstellen.

In unserer Checkliste zu den Bestandteilen des Arbeitsvertrags als PDF [312 KB] erfahren Sie, welche Vertragspunkte wichtig und welche Formulierungen gängig sind. Die Datei können Sie herunterladen und als Arbeitsvertrag-Vorlage kostenlos nutzen.

Hinweis von unseren Experten in Grün

Ist das Personalrecruiting beendet und der Arbeitsvertrag mit dem ersten neuen Beschäftigten geschlossen, müssen Sie eine Betriebsnummer bei der Bundesagentur für Arbeit anfordern. Sie wird benötigt, um den neuen Mitarbeiter bei der Krankenversicherung anzumelden. Diese Regel trifft Existenzgründer und darunter auch jene, die ein Unternehmen übernehmen. Denn die alte Betriebsnummer verfällt und Sie müssen eine neue beantragen.

Weiterhin ist für Gründer eine Herausforderung, die neuen Mitarbeiter einzusetzen und Betriebsabläufe zu organisieren. Das sind die zentralen Aufgaben und Ziele der Personalplanung für Start-ups.

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