Grünes Billboard mit Kontoauszug und Kugelschreiber im Hintergrund

Geschäftskonto eröffnen: Die wichtigsten Tipps für Gründer

Als Existenzgründer haben Sie ein privates Konto, über das Sie die ersten Zahlungsvorgänge Ihres Start-ups regeln können. Aber: Sie verlieren schnell den Überblick, je mehr Kontobewegungen es gibt. Trennen Sie daher Ihre finanziellen Angelegenheiten frühzeitig und eröffnen Sie ein separates Konto. Hilfreiche Tipps und Hinweise dazu erhalten Sie in diesem Artikel.

Zwei Existenzgründer lassen sich zu den verschiedenen Konto-Optionen beraten

Wie bringen Sie von Anfang an Ordnung in die Kontoführung Ihres Start-ups?

Spätestens wenn Sie Ihre erste Rechnung für Kunden schreiben, müssen Sie als Existenzgründer eine Bankverbindung parat haben. Und wenn Ihre Kunden in Ihrem Laden oder Geschäft bar bezahlen, benötigen Sie ein Konto, auf dem Sie Ihr Geld einzahlen und verwalten können.

Ein eigenes Konto für Ihre geschäftlichen Finanzen ist hier unerlässlich, denn es erleichtert Ihnen die übersichtliche Buchführung zu Ihren Einnahmen und Ausgaben ungemein.

Welche Optionen zur Kontoeröffnung stehen Ihnen als Existenzgründer offen?

  1. Zweites privates Girokonto für Freiberufler und Einzelunternehmer: Da Freiberufler und Gründer eines Einzelunternehmens gesetzlich nicht verpflichtet sind, ein Geschäftskonto zu eröffnen, können Sie darüber nachdenken, ob Sie Ihren geschäftlichen Zahlungsverkehr über ein zweites Privatkonto abwickeln möchten. Beachten Sie aber, ob das bei Ihrer Bank erlaubt ist! Manche Banken bieten Selbstständigen die Möglichkeit, ein zweites beziehungsweise ein Unterkonto für die geschäftlichen Bankangelegenheiten zu eröffnen. Andere Banken wiederum verbieten in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen, ein privates Girokonto für den geschäftlichen Zahlungsverkehr zu nutzen. Sollten Sie Ihr Konto dennoch dafür nutzen, kann Ihnen Ihre Bank kündigen.
     
  2. Geschäftskonto: Das geschäftliche Girokonto beziehungsweise Firmenkonto bietet allen Selbstständigen und Unternehmern den Vorteil, Ihre Finanzen sauber zu trennen und am Lastschriftverfahren teilzunehmen. Sobald Sie Ihr Unternehmen nicht mehr alleine führen, sondern als Personengesellschaft tätig sind, ist ein Privatkonto ohnehin ungeeignet. Als Existenzgründer einer Kapitalgesellschaft (AG, GmbH oder UG) haben Sie sogar die Pflicht, ein Geschäftskonto zu eröffnen. Denn in diesem Fall müssen Sie Ihr Stammkapital auf einem Geschäftskonto einzahlen und darüber einen Nachweis erbringen können.

Sie sollten sich also frühzeitig Gedanken machen, welches Geschäftskonto das richtige für Ihr Jungunternehmen ist. Idealerweise fällen Sie Ihre Entscheidung für eine Bank auch langfristig. Denn ein späterer Wechsel ist mit viel Aufwand verbunden: Sie müssen Maßnahmen treffen, um Fehl- und Umbuchungen zu vermeiden und alle Ihre Kunden und Geschäftspartner über die ungültige alte sowie die neue Bankverbindung informieren. Auch benötigen Sie neue Briefbögen, Überweisungsvordrucke und so weiter.

Gut zu wissen: Online-Konto für Jungunternehmen

In der Gastronomie und im Handel zahlen die Unternehmer regelmäßig das eingenommene Bargeld auf ihr Konto ein. Wenn Sie darauf verzichten können, weil Ihre Kunden das Geld direkt auf Ihr Konto überweisen, kommt auch ein Online-Konto für Ihr Start-up in Frage. Hier tätigen Sie Ihre Überweisungen und erhalten eine Übersicht über alle Kontobewegungen online nach wenigen Klicks.

Tipp von Finanzchef24 in Grün

Möchten Sie Ihr Start-up zusammen mit einem Partner führen, bietet sich ein Gemeinschaftskonto an. Dieses lässt sich als sogenanntes „Oder-Konto“ oder als „Und-Konto“ eröffnen. In einem Oder-Konto können Sie und Ihr Geschäftspartner unabhängig voneinander Buchungen durchführen und über das Geld verfügen, in einem Und-Konto müssen beide Kontoinhaber Bankaufträge gegenzeichnen.

Die wichtigsten Entscheidungskriterien für Ihr neues Konto

Eines vorweg: Fast jede Bank bietet ein Geschäftskonto an, aber viele verlangen Kontoführungsgebühren. Es gibt aber auch Gratis-Konten, die für bestimmte Leistungen Gebühren verlangen oder an die bestimmte Bedingungen geknüpft sind. Somit sollten Sie sich die Konditionen genau anschauen und kalkulieren, wie hoch die voraussichtlichen Gesamtkosten wären. Wichtige Kriterien für die Auswahl Ihres Firmenkontos sind:

1. Kosten:

  • Wie hoch sind die allgemeinen Grundgebühren für die Kontoführung als Existenzgründer? Verändert sich die Gebührenhöhe?
  • Was kosten beleglose und beleghafte Buchungen?
  • Was kostet die Überziehung Ihres Kontos?
  • Wie teuer ist die Abhebung von Bargeld?
  • Fallen Kosten für EC- und Kreditkarten?
  • Fallen Kosten für Kontoauszüge an?

Wichtig zu wissen: Für hohe Kosten kann vor allem die Anzahl Ihrer beleghaften Buchungen sorgen. Denn diese Kontobuchungen führt ein Bankangestellter mit einem Überweisungsträger oder einem anderen Papierbeleg durch. Dieser Personalaufwand macht beleghafte Buchungen wesentlich teurer als beleglose Buchungen. In der Regel ist eine bestimmte Anzahl an beleghaften Buchungen in den Angeboten inbegriffen. Über die Grenze hinaus sollten Sie jedoch nicht kommen. Nehmen Sie eine realistische Schätzung vor, wie viele beleghafte Buchungen Sie pro Jahr benötigen.

Hinweis von unseren Experten in Grün

Es kann passieren, dass Banken die Konditionen für die Kontoführung ändern, zum Beispiel indem sie Kontoführungsgebühren einführen. Prüfen Sie am besten bevor Sie ein Konto eröffnen, ob solche Vorhaben publik sind, zum Beispiel in Branchenmedien.

2. Erreichbarkeit:

  • Wie einfach kommen Sie an Bargeld?
  • Gibt es viele Geldautomaten in Ihrer Umgebung?
  • Wie möchten Sie Ihre Bank-Ansprechpartner erreichen? Ist Ihnen die Beratung vor Ort wichtig oder wünschen Sie sich, dass Ihre Bank-Ansprechpartner gut per Telefon, E-Mail oder Chat erreichbar sind?

3. Services über Ihre Kontoführung hinaus:

Welche Unterlagen werden benötigt, um ein geschäftliches Bankkonto zu eröffnen?

Wenn Sie Ihr Geschäftskonto einrichten, müssen Sie verschiedene Unterlagen vorlegen. Welche das genau sind, ist abhängig von der Rechtsform Ihres Unternehmens und dem gewählten Kreditinstitut.

Einzelunternehmen & Personengesellschaften müssen in der Regel Folgendes vorlegen:

  • Gewerbeanmeldung (bei Gewerbetreibenden)
  • Steuernummer (bei Freiberuflern)
  • Personalausweis
  • Gesellschaftsvertrag (bei Personengesellschaften)
  • Kontoverträge
  • Schufa-Auskunft
  • Einkommensnachweise
  • Die letzten Kontoauszüge

Von Kapitalgesellschaften (GmbH, UG und AG) werden häufig folgende Unterlagen gefordert:

  • Nachweis über den Handelsregistereintrag
  • Bürgschaften der Gesellschafter
  • Bei Gründung: beglaubigte Kopien der Gründungsurkunden

Tipp von Finanzchef24:

Speziell für die Bedürfnisse von Existenzgründern, kleinen und mittleren Unternehmen bietet die GRENKE BANK ein kostenloses Geschäftskonto an. Für Ein- und Auszahlungen, Überweisungen und Überziehungszinsen werden attraktive Konditionen gewährt, die Auszahlungen sind sogar in unbegrenzter Anzahl kostenlos! Das Geschäftskonto können Sie zudem bequem online eröffnen.

Autorin: Barbara Schweigert, Datum: 28.12.2017

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