Soziales Engagement im Kapitalismus - was Sie tun können

28. November 2019 | Business | Autorin: Katja Brauchle

Letzte Woche haben wir an dieser Stelle von Unternehme(r)n berichtet, die sich für diverse soziale Projekte engagieren – sei es ein Haarschnitt für Obdachlose oder gleich ein paar neue Zähne. Heute soll es darum gehen, was jeder Unternehmer, der sich ebenfalls engagieren möchte, tun kann. Wir hoffen, Sie lassen sich inspirieren!

Sie möchten sich sozial engagieren. Doch Sie wissen nicht genau, wie oder wofür? Hier hilft es, sich als erstes einen konkreten Plan zu machen. Überlegen Sie zunächst, ob Sie sich für soziale oder umweltpolitische Themen einsetzen möchten. Beides spielt in unserer heutigen Zeit eine ungemein wichtige Rolle.

Haben Sie sich für einen Bereich entschieden, sollten Sie diesen im nächsten Schritt stärker eingrenzen. Ist Ihnen soziales Engagement wichtig, überlegen Sie, wem Sie konkret helfen möchten. Wollen Sie sich für Obdachlose engagieren oder für Flüchtlinge einsetzen? Möchten Sie kranke oder benachteiligte Kinder unterstützen? Denken Sie über Ihre Motivation nach und treffen Sie dann eine Entscheidung.

Überlegen Sie nun, in welchem Rahmen Sie helfen möchten. Einmal jährlich eine Spende tätigen? Oder haben Sie und ggf. Ihre Mitarbeiter Zeit und Lust, sich außerhalb des Büros zu engagieren? Wenn Sie gern selbst anpacken und direkt vor Ort helfen möchten, gibt es gleich mehrere soziale Aktionen, bei denen Sie das tun können. So beispielsweise in München, im Rahmen des jährlich veranstalteten Projekts „Des mach ma“, in Hamburg beim Pendant „Wi mook dat“ oder auch beim „Malteser Social Day“ in Frankfurt am Main. Hier können Sie sich für verschiedene soziale Aktivitäten bewerben, beispielsweise kochen mit Flüchtlingen oder einen Teil der Renovierung eines Obdachlosenheims übernehmen. So kann jeder ein Projekt finden, in das auch wirklich Herzblut fließt.

In den meisten (Groß-)Städten gibt es ähnliche Veranstaltungen. Diese Tage finden ganz bewusst unter der Woche und nicht am Wochenende statt. Denn es geht hier um das gemeinsame soziale Engagement von Inhabern und Mitarbeitern eines Unternehmen und nicht um das freiwillige Anpacken Einzelner in ihrer Freizeit.

Corporate Volunteering - einen Tag lang Gutes tun

Wenn Unternehmer und Arbeitnehmer einen Tag lang ihren Arbeitsplatz verlassen, um Gutes zu tun, nennt man das Corporate Volunteering. Diverse Aktionstage, die es in vielen deutschen Städten gibt, laufen oft unter diesem Begriff. Daneben gehören auch ein (kostenfreies) Mentoring, soziale Praktika oder auch pro-bono Tätigkeiten dazu. Zum Beispiel können Sie für eine soziale Organisation die Website betreuen, wenn hier Ihre Expertise liegt.

Es ist klar, dass Sie als Einzel- oder Jungunternehmer nicht mal eben einen ganzen Tag alles stehen und liegen lassen können. Wenn Ihr Geschäft aber schon ganz gut läuft, und es machbar ist, für rund 8 Stunden auf ein paar Mitarbeiter in Ihrer Firma zu verzichten, sind diese Aktionen eine tolle Sache. Sie helfen nicht nur anderen, sondern schweißen auch Ihr Team zusammen (Stichwort: Teambuilding) und motiviert. Denn abends nach Hause zu gehen mit dem Wissen, etwas wirklich Sinnvolles getan zu haben, ist gut fürs Gemüt und beflügelt ungemein.

Ist so ein Aktionstag nicht das Richtige für Sie, gibt es noch unzählige andere Möglichkeiten, zu helfen. Jede noch so kleine Unterstützung bewirkt oft Großes. Zum Beispiel ein Mentoring nach Feierabend, bei dem Sie Flüchtlingen mit ihren Bewerbungen helfen oder mit Ihnen Fußball spielen gehen. Es muss nicht teuer sein und es muss auch nicht viel Zeit kosten. Gehen Sie in sich und überlegen Sie, was Sie leisten können und möchten! Ein Obdachloser freut sich immer über einen Becher Tee oder eine belegtes Brötchen. Nehmen Sie in der Früh doch auf dem Weg zur Arbeit einfach mal eins mehr mit.

Vielleicht treffen Sie auch immer wieder denselben Obdachlosen, weil er auf Ihrem Arbeitsweg oder nahe Ihrer Wohnung seinen Platz hat. Fragen Sie doch einfach mal, ob und womit Sie helfen können. So hat eine junge Frau zum Beispiel vor ein paar Wochen von dem Erlös ihrer Flohmarkt-Verkäufe einem Obdachlosen in einer Spontanaktion einen Schlafsack gekauft und ist auf große Dankbarkeit gestoßen. Sie sagt: „Ich hätte mir von dem Geld nur wieder etwas völlig Unnützes gekauft, was ich vermutlich schon in 3 Varianten besitze. Er hat es jetzt dafür warm in den Wintermonaten.“ Wenn Sie Schlafsäcke verkaufen, haben Sie also schon eine Idee, wie Sie helfen können.

Das Unternehmen Dehner sammelt hingegen zusammen mit der Tierfutternothilfe abgelaufenes (aber noch völlig genießbares) Tierfutter, um dieses dann an die Vereine zu spenden. Sie sehen also, es gibt viele tolle und einfache Hilfsaktionen, die jeder umsetzen kann.

Warum soziales Engagement auch für Ihr Unternehmen gut ist

Nicht nur Kunden schätzen ein Unternehmen, das sich für soziale und/oder umweltpolitische Themen engagiert, sondern auch Mitarbeiter und potenzielle Bewerber. Sprich, soziales Engagement macht Sie als Arbeitgeber attraktiv. Denn viele Arbeitnehmer suchen nach einem tieferen Sinn in ihrem Job. Laut der Studie „What Workers Want“ von 2017 war es für 51% der Arbeitnehmer wichtig, einen Beruf zu haben, der einen positiven Einfluss auf Menschen und/oder Umwelt hat. Die Zahlen dürften auch in diesem Jahr ähnlich oder gar gestiegen sein.

Nicht zuletzt sollten Unternehmer daran denken, dass Sie insbesondere in der Kinder- und Jugendarbeit auch denjenigen helfen können, die in ein paar Jahren zu wertvollen Arbeitskräften werden. Ähnliches gilt für Flüchtlinge. Wer hier als Unternehmer mit anpackt, hilft vielleicht auch dem eigenen künftigen Nachwuchs.

Und das soziales Engagement auch gut für das Image Ihres Unternehmens ist, steht außer Frage. Gerade wenn Sie noch am Anfang Ihrer Selbstständigkeit stehen, kann das ein wichtiger Faktor sein, um sich am dem Markt zu positionieren. Im Idealfall arbeiten Sie grundsätzlich so nachhaltig wie möglich und kümmern sich gut um Ihre Angestellten, setzen sich, aber auch für soziale Zwecke außerhalb Ihres Firmenkosmos ein. Vor allem in Zeiten von Social Media spricht sich schnell herum, ob ein Unternehmen sozial agiert oder nur den eigenen Profit im Sinn hat.

 

Haben Sie Lust, uns von Ihrem persönlichen sozialen Einsatz zu erzählen? Dan melden Sie sich gern unter der E-Mail-Adresse: blog@finanzchef24.de