Positiv denken lernen mit diesen 7 Tipps

17. Januar 2020 | Work-Life-Balance | Autorin: Katja Brauchle

Montagmorgen. Sie haben das Wochenende mit der Steuererklärung verbracht, anstatt mit Ihrer Familie oder Ihren Freunden. Von Erholung kann also nicht die Rede sein. Die Milch ist alle und Sie müssen den Kaffee schwarz trinken, obwohl der Milchkaffee am Morgen ein geliebtes Ritual von Ihnen ist. Dann öffnen Sie Ihre Mails und finden die Absage eines Pitch-Termins bei einem Kunden, von dem Sie sich eine spannende und gut bezahlte Zusammenarbeit erhofft hatten. In Gedanken waren Sie im Sommer schon am Meer – der erste und wohlverdiente Urlaub nach 3 Jahren. Ein Traum, der jetzt erstmal wieder einer bleibt.

Kennen Sie solche oder ähnliche Situationen? Dann wissen Sie auch, dass es an solchen Tagen mit guter Laune und positiver Lebenseinstellung schwierig wird, wo gerade gefühlt die Welt untergegangen ist. Lesen Sie weiter, wenn Sie wissen möchten, wie Sie dennoch ein positives Mindset behalten können - und warum Sie das unbedingt sollten.

 

So lernen Sie positives Denken:

1. Seien Sie sich Ihrer Privilegien bewusst

Damit meine ich nicht, dass Sie sich über Ihren vollen Kühlschrank und die warme Winterjacke freuen sollen (dürfen Sie aber!). Denken Sie bewusst darüber nach, was und wer Ihnen im Leben Freude macht. Sie sind glücklich verheiratet und das schon weit länger, als die Statistik behauptet? Ein guter Grund, sich zu freuen! Sie haben ein Netzwerk aus lieben Menschen, die auch in schwierigen Phasen nicht den Rückzug antreten? Darf man Studien trauen, ist das nicht der Normalfall. Sie können sich also glücklich schätzen! Sie machen beruflich das, was Sie immer wollten? Auch wenn es als Selbstständiger oft hart ist, Sie haben sich einen Traum erfüllt. Und damit mehr erreicht als viele andere jemals werden.

2. Tun Sie sich etwas Gutes

Wenn mal wieder nichts läuft und ich am liebsten alles hinschmeißen und Pirat werden möchte, dann höre ich Musik. Nichts stimmt mich schneller wieder positiv als die Musik, die ich liebe. Und damit mach ich es richtig. Denn es ist wissenschaftlich erwiesen: unser Gehirn schüttet Endorphine (Glückshormone) aus, wenn wir Musik hören, die wir mögen. Also, Kopfhörer rauf und mal wieder die Lieblingssongs hören!

Ähnlich verhält sich das auch mit Sport. Laufen Sie den negativen Gedanken im wahrsten Sinne des Wortes einfach davon. Oder nehmen Sie ein entspanntes Bad, lesen Sie ein gutes Buch oder kochen Sie sich Ihr Lieblingsessen. Aber nutzen Sie diese Dinge nicht zur Verdrängung, sondern lediglich dazu, sich nicht von Ihren negativen Gedanken überrollen zu lassen. Sie sollen Ihnen vielmehr dabei helfen, Ihren Fokus wieder richtig zu setzen. Tanken Sie dabei Kraft und starten Sie anschließend neu durch.

3. Halten Sie inne und fokussieren Sie

Wenn alles schief läuft, fragen Sie sich dann auch manchmal: „Warum tue ich mir das eigentlich an“? Meistens ist diese Frage rhetorisch und ein Ausdruck von Frustration. Stellen Sie sich diese Frage ruhig ernsthaft. Erinnern Sie sich daran, warum Sie sich für diesen Weg entschieden haben und immer noch gehen wollen.

Rückschläge und Hindernisse gibt es immer und überall. Sind Sie schon mal auf einen Berg gestiegen? Haben Sie sich beim Start gesagt: „Der Gipfel ist ganz schön hoch, das schaff ich nie!“ oder „Das wird anstrengend, aber ich freu mich schon jetzt auf den Ausblick wenn ich oben bin.“ DAS ist positives Denken! Das Ziel vor Augen haben, die Herausforderung annehmen und ein selbstverständliches Vertrauen in sich selbst haben, es zu schaffen.

4. Steigen Sie aus dem Gedankenkarussell aus, indem Sie Negatives akzeptieren

Und ja, manchmal läuft eben etwas schief und dann darf man sich auch schlecht fühlen. Positives Denken sollte niemals zum Zwang werden. Und jede negative Emotion einfach zu verdrängen, wäre kontraproduktiv. Positiv denken bedeutet also nicht, dass Sie nicht traurig, wütend und ängstlich sein dürfen, wenn ein wichtiger Auftrag platzt und damit ein finanzieller Verlust einhergeht. Solche Emotionen gehören zum Menschsein auch dazu. Lassen Sie Ihren Ärger raus, sprechen Sie darüber, schreiben Sie es auf. Machen Sie, was immer Ihnen hilft. Heißt: Sie müssen nicht Friede Freude Eierkuchen zu spielen, wenn Sie die Eier lieber gegen die Wand donnern möchten. Donnern Sie. Aber wischen Sie anschließend auf und überlegen Sie sich, ob leckere Eierkuchen nächstes Mal nicht die bessere Alternative wären.

5. Erschaffen Sie sich Ihre Realität selbst

Was Shakespeare mit „An sich ist nichts weder gut noch böse, das Denken macht es erst dazu“ ausgedrückt hat, hieß bei Pippi Langstrumpf einfach „ich mach mir die Welt, wie-de-wie-de-wie sie mir gefällt“. Und beide lagen damit goldrichtig. Sie können selbst entscheiden, wie Sie mit einer unangenehmen Situation umgehen. Sie können alles in Frage stellen und an Ihrem gesamten Lebenssinn zweifeln. Sie können sich aber auch sagen „das war nicht schön und mir geht es deswegen jetzt erstmal schlecht, aber morgen ist ein neuer Tag und ich lasse mir davon nicht alles verderben“. Zweifler werden jetzt sagen, dass auf dieser Welt Dinge passieren, die sich nicht weg-denken lassen. Das ist richtig. Und dennoch ist es Ihre individuelle Entscheidung, wie Sie damit umgehen. Immer. Versuchen Sie’s. Vielleicht klappt es nicht sofort. Aber irgendwann werden Sie merken, dass es eben doch geht.

6. Werden Sie sich Ihres eigenen Einflusses bewusst

Ich habe es am Anfang schon angedeutet: Man gerät manchmal in einen Strudel aus negativen Gedanken und sieht nicht nur die aktuelle Situation, sondern gleich alles schwarz. In so einem Fall hilft nur eins: Sich sagen, dass man nicht für jedes Unglück auf dieser Welt etwas kann und sich auch nicht für alles verantwortlich fühlen muss. Vor allem in Zeiten zu denen Selbst-Bewusstsein, (also nicht das große Ego, sondern das sich selbst wahrnehmen) eine große Rolle spielt: Bei sich sein. Sich fragen: Kann ich an dieser negativen Situation etwas ändern? Ist die Antwort ja – auf geht’s! Ist die Antwort nein – vergessen. Nicht die Situation an sich, aber das Gefühl, daran etwas ändern zu müssen. Ihr potentieller Kunde hat Ihnen abgesagt, das ist jetzt so. Sich deswegen tagelang schlecht zu fühlen, bringt Ihnen den Auftrag nicht zurück. Diese Absage bedeutet auch nicht, dass alle Unternehmer in Ihrer Branche unzuverlässige Schurken sind, die Selbstständige an der Nase herum führen. Sie können aber reflektieren und überlegen, was Sie beim nächsten Mal anders machen können.

7. Positiv denken bedeutet Gesundheit

Ja, es kostet ein bisschen Arbeit, Zeit und Selbstreflexion, aber das ist es definitiv wert! Denn sowohl unserer Psyche als auch unserem Körper tut positives Denken gut. Natürlich heilt Krebs sich nicht allein durch positive Gedanken. Und auch Depressionen gehen nicht davon weg, dass wir uns täglich einreden, alles sei toll. Fakt ist jedoch: Positive Gedanken machen Krankheiten erträglicher und tragen zu deren Heilung bei. Die Erkenntnis, dass die seelische und die körperliche Gesundheit unabdingbar zusammengehören, ist nicht neu.

Dennoch sitzen dutzende Menschen täglich in Arztpraxen, weil sie Bauchschmerzen haben, für die es erkennbar keine Ursache gibt. Und sie sind nahezu schockiert, wenn ihnen der Arzt mitteilt, dass diese Beschwerden psychosomatischer Natur sind. Verwunderlich ist das allerdings nicht. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft und haben immer noch das Gefühl, uns schämen zu müssen, wenn wir uns schlecht fühlen. Daraus resultiert, dass wir mit niemandem darüber sprechen, denn wir wollen nicht für schwach oder gar unfähig gehalten werden. Wir fressen es solange in uns hinein, bis wir eben mit Bauchschmerzen beim Arzt sitzen und uns wundern, woher sie kommen.

Was hat das mit positivem Denken zu tun? Alles! Denn positives Denken ist eine bewusste Entscheidung. Und um eine Entscheidung treffen zu können, müssen wir erst alle Optionen kennen. Wer seine negativen Gefühle verdrängt und so tut, als sei alles in Ordnung, hat keine Wahl. Also treffen Sie Ihre Wahl jetzt – bevor’s im Bauch zwickt.

Zum Schluss möchte ich Ihnen noch ein paar gute Webadressen mit auf den Weg geben, bei denen Sie sich weitere Infos und gegebenenfalls auch Hilfe holen können.

Podcasts

Blogs

Psychologische Hilfe

Themenbereich: Gründerstories

Themenbereich: Business

Themenbereich: Work-Life-Balance

Themenbereich: Up2Date

Ähnliche Blogbeiträge


Newsletter