Hitzefrei am Arbeitsplatz? Das sagt die Rechtsprechung

08. Juli 2019 | Business | Autorin: Cynthia Henrich

Auch dieses Jahr sprengen die sommerlichen Temperaturen im Juni und Juli alle Rekorde. Deutschland schwitzt und Schüler dürfen sich über hitzefrei freuen. Das stellt sich uns die Frage - gibt’s das eigentlich auch für die arbeitende Bevölkerung? Ob und wann Sie Ihren Mitarbeitern frei geben müssen, erfahren Sie in unserem Blogartikel.


Eines vorweg: Es gibt keine festgelegte Außentemperatur, die eine Freistellung aufgrund von Hitze vorschreibt. Das klassische „hitzefrei“ gibt es für Arbeitnehmer als nicht. Jedoch haben Sie als Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht gegenüber Ihren Mitarbeitern, die diesen unter bestimmten Umständen ein Recht auf hitzefrei einräumt. Diese Umstände sind immer von der individuellen Situation am Arbeitsplatz abhängig und Bestimmungen dazu sind in der Arbeitsstättenverordnung (ArbSättV) sowie in der Arbeitsstättenregel verankert.

Gesetzliche Regelungen bei Hitze

Grundsätzlich haben Sie als Arbeitgeber gemäß §3a ArbSättV die Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter nicht gefährdet wird. Das bedeutet, dass die Hitze am Arbeitsplatz nicht gesundheitsschädlich sein darf. Laut Arbeitsstättenregel ist eine Raumtemperatur von 26 Grad Celsius gerade noch als erträglich einzustufen.

Beträgt die Raumtemperatur mehr als 26 Grad, müssen Sie bestimmte Vorkehrungen treffen, um Ihrer Fürsorgepflicht nachzukommen. Diese können z. B. wie folgt aussehen:

  • Jalousien geschlossen halten
  • Steuerung der Lüftungseinrichtungen
  • Elektrische Geräte nur bei Bedarf betreiben
  • Lüftung früh morgens
  • Kleiderregelung ggfs. lockern
  • Ausreichend Getränke bereitstellen
  • Aufstellen von Ventilatoren

Arbeitsräume, in denen eine Temperatur von über 35 Grad Celsius gemessen wird, sind laut Arbeitsstättenregel nicht mehr als Arbeitsraum geeignet, es sei denn Sie

  • installieren technische Maßnahmen wie z. B. eine Luftdusche oder einen Wasserschleier,
  • können für effektive Entwärmungsphasen sorgen oder
  • stellen geeignete Hitzeschutzkleidung zur Verfügung.

Alternativ können Sie Ihren Mitarbeitern auch einen kühleren Raum als Ausweicharbeitsplatz anbieten.

Besondere Fürsorgepflicht bei schwangeren, älteren und chronisch kranken Mitarbeitern

Beschäftigen Sie Schwangere, ältere oder chronisch kranke Mitarbeiter, müssen Sie diese unter Umständen schon bei niedrigeren Temperaturen von der Arbeit freistellen. Damit diese Recht greift, müssen die betroffenen Mitarbeiter jedoch ein Attest vom Arzt vorlegen, das ihnen bescheinigt, dass sie ab einer bestimmten Temperatur nicht mehr arbeiten dürfen.

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